Gender-Mainstreaming – Was ist eine „männliche“ Depression?

Diese Frage ist berechtigt, geht die Gender- „Forschung“ doch von der Eigentümlichkeit aus, dass es keinerlei biologische Unterschiede im Verhalten zwischen Mann und Frau gibt und alle geschlechtsspezifischen Verhaltensmuster vom sozialen Umfeld geprägt sind. Um so erstaunlicher ist es doch, wenn sich Genderisten immer wieder bemühen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern herauszustellen und überzubetonen, wenn es dem Zweck dient, das männliche Geschlecht herabzuwürdigen und zu diffamieren, oder aber das weibliche Geschlecht zu glorifizieren. Im Grunde ist es gleichgültig, welches Beispiel von welchem(r) Vertreter(in) der Gender-Ideologie auch immer herangezogen wird, um die Irrwitzigkeit der darin enthaltenen Behauptungen zu untersuchen. Ich habe mich aus aktuellem Anlass daher für die Leiterin für Psychiatrische Soziologie an der Universitätsklinik in München, Frau Prof. Dr. rer. soc. Anne Maria Möller-Leimkühler entschieden. Nicht etwa, weil mir ihr Name gefällt oder die eloquente Erscheinung dieser Dame. Nein. Der Grund dafür ist, dass mir diese Frau in der Sendung „Nachtlinie“ des Bayerischen Rundfunks begegnet ist. Da dieser Sender zum öffentlich-rechtlichen Medienspektrum gehört, sollte es auch im öffentlichen Interesse sein, wer denn da eine öffentlich finanzierte Plattform für seine Thesen bekommt. Brisant ist dies in dem Zusammenhang, dass diese Professorin nicht etwa Kleinstlebewesen oder Molekularstrukturen zu untersuchen vorgibt, sondern menschliche Patienten. Menschen zudem, welche mit psychischen Problemen Hilfe ersuchen.

Ich sage es mit aller Deutlichkeit, ich bin selber kein Psychologe und auch kein Wissenschaftler. Aber ich irre sicher nicht, wenn ich, besonders im Bereich der menschlichen Psyche eine sehr individuelle und geschlechtsunabhängige Untersuchung erwarte. Das heißt, dass Krankheiten mit sehr unterschiedlichen Ursachen und Menschen mit sehr unterschiedlichen Charakteren auch einer individuellen Betrachtung bedacht werden müssen. Diese (eigentlich selbstverständliche) Herangehensweise bei psychiatrischer Diagnostik ist aber im Rahmen des Gender-Mainstreaming keinesfalls gewährleistet. Schauen wir uns dazu die „Erkenntnisse“ der Professorin Möller-Leimkühler an. Diese Powerpoint-Präsentation behandelt oberflächlich das Thema „Depression“. Oberflächlich aus mehreren Gründen. Erstens weil eine schaubildartige Schematisierung nicht dazu geeignet ist, dieses Thema auch nur ansatzweise zu behandeln, zweitens aber auch deswegen, weil sich ab Seite 9 dieser Präsentation erweist, dass es der Professorin Möller-Leimkühler nicht um Diagnostik, sondern ausschließlich um Herabwürdigung und Diffamierung von Männern allgemein geht. Alles, was ab Seite 9 zu Buche steht, hat mit psychiatrischer Diagnostik nichts mehr gemein. Es ist gekennzeichnet von Verallgemeinerungen, Fehleinschätzungen und daraus gezogenen irrigen „Herausforderungen“.

Schauen wir zunächst einmal auf Seite 9 der Präsentation. Hier abgebildet ist eine Auflistung, die die Symptome einer „männlichen“ Depression benennen soll. Was fällt hier auf? Frau Professorin Möller-Leimkühler scheint hier lediglich das Wort „manisch“ mit „männlich“ ersetzt zu haben. Bis auf den letzten Punkt, weisen alle anderen aufgeführten Symptome auf die manische Phase dieser bipolaren Störung hin, hingegen der letzte Punkt eben nur die depressive Phase beschreibt. Das ist alles. Jedoch lassen sich manische Depressionen bei beiden Geschlechtern diagnostizieren.

Auf Seite 10 wird noch einmal auf den vermeintlichen Gender-Aspekt verwiesen. Hier wird unterschieden zwischen einer Depression und einer „männlichen“ Depression. Die erste Spalte dieser Tabelle muss hierbei um ein gedachtes „weibliche“ ergänzt werden. Ich kann nur vermuten, warum dieser Zusatz ausgeklammert wurde. Das ist jedoch unerheblich, denn auch hier ist eines sehr schnell feststellbar und relevanter:

-alle als „männlich“ gekennzeichneten Merkmale weisen die manischen Züge einer manischen Depression aus, während alle Züge, die ich folgerichtig als vermeintlich „weiblich“ ansehen muss, auf die depressiven Anzeichen einer manischen Depression oder eben auf eine klassische Depression schließen lassen.

Hier wird suggeriert, dass Frauen prinzipiell nur an Depressionen leiden, während Männer grundsätzlich die manischen Phasen einer manischen Depression zu erkennen geben. Und das ist schlichtweg falsch, verallgemeinernd und diffamierend und demnach einer Professur der Psychiatrie einfach nur unwürdig.

Auf die Frage in der Überschrift zurückzukommen, sei meine Antwort folgende:

Es gibt keine „männliche“ Depression! Diese Bezeichnung ist lediglich ein Gespinst aus den schwachsinnigen Hirnschmälzen von Genderisten, die versuchen klassische männliche Verhaltensweisen und kritische Hinterfragung von den „Leistungsangeboten“ der Psychiatrie als krankhaft darzustellen und „gendersensitiv“ zu beseitigen. Allein, dass solche schlichten Verallgemeinerungen, wie sie hier zum Beispiel von Frau Prof. Möller-Leimkühler dargeboten werden, jeglichen psychiatrischen Standards zuwiderlaufen, da sie manische Depression als „männliche“ Depression deklarieren, ohne darauf hinzuweisen, dass diese „männliche“ Depression auch Frauen betreffen kann (und eben auch umgekehrt!), sollte jedem Menschen mit klarem Verstand auffallen. Das ist wissenschaftlich genau so unhaltbar, wie die irrige Annahme, dass es keine biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern geben soll. Das ist ideologischer Unfug! Psychische Erkrankungen sind in jedem Fall individuell zu untersuchen und zu behandeln und nicht nach derartig grob vereinfachten Gender-Schemen.

Deshalb kann ich leider nur raten, gehen Sie auf jeden Fall Psychiaterinnen aus dem Weg, bei denen sich auch nur einmal das Wortteil „Gender“ recherchieren lässt. Dort können Sie nicht mit kompetenter und individueller Hilfe rechnen. Kompetenz und Gender“ stehen sich gegenüber wie Materie und Antimaterie.

Karsten Mende

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