Keinen interessiert es…

Wissen Sie, wer Lena Dunham ist? Wussten Sie außerdem, dass diese Schauspielerin die „neue Ikone des Feminismus“ sein soll? Also, ich gestehe, bis ich diese „Nachricht“ heute in der Welt gelesen habe, wusste ich beides nicht. Allerdings bin ich weder eine Feministin, noch halte ich mich für eine neurotische Mittelschicht-Prinzessin. Deswegen verzeihe ich mir diese „Bildungslücke“. Warum aber schreibe ich dann einen Artikel über diese Frau? Das hat mehrere Gründe.

US-Schauspielerin und Feministin Lena Dunham
US-Schauspielerin und Feministin Lena Dunham

Zunächst einmal bin ich in dem Artikel der freien Journalistin Anne Waak auf einen Zusammenhang gestoßen, der mir bei meinen Recherchen zum Feminismus immer wieder begegnet: der Zusammenhang dieser Ideologie mit diversen psychischen Krankheiten. Bei Dunham äußern sich diese Störungen durch „[…]Angst vor Bazillen, Typhus, Lepra, Milch, einer Entführung[…]“  und sind der Grund für Sitzungen bei einer „[…]Reihe von Therapeuten, die sie besucht hat, seit sie neun Jahre alt ist.“  Allerdings ist diese Frau entweder nicht therapierbar, oder therapieunwillig, denn „[b]is heute, auch daraus macht sie kein Geheimnis, schlägt sich Dunham mit Zwangsstörungen herum.“ Warum Frau Waak diesem psychischen Wrack, das im Alter von 28 Jahren seine Memoiren schreibt, „Lebensweisheit“ andichtet, erschließt sich mir nicht, jedenfalls nicht auf den ersten Blick.

Auf den zweiten Blick allerdings fällt auf, dass die Resonanz des „Erfolges“ dieser „neuen Ikone des Feminismus“ im kaum hörbaren Spektrum der Öffentlichkeit ausgeklungen zu sein scheint. Dazu sei zuerst auf die vermeintliche Comedy-Serie „Girls“ verwiesen, von der ich noch nie zuvor etwas gehört habe. Das scheint wohl nicht nur mir so zu gehen. Dazu ein Trailer der Serie von YouTube:

In diesem Falle ist die Kommentarfunktion aufschlussreicher, als das witzlose Geschwätz des Videos selbst, wundert sich doch ein Fan:

„Kein Kommentar zu dieser grandiosen Serie?! Was ist da los? :)“.

Gab es in der Kommentarspalte zur ersten Staffel der Serie seit dem 09.04.2013 geschlagene 3(!) Kommentare, sieht es bei der zweiten Staffel noch düsterer aus. Dort finden man nämlich vom 26.11.2013 bis heute nicht einen einzigen.

Das Wort „komisch“ lässt sich im Kontext mit dieser „Comedy-Serie“ eher mit „seltsam“, denn mit „lustig“ beschreiben. denn offensichtlich scheint sich kaum jemand, bis auf ein paar feministische Feuilleton-Autorinnen, für die „neue Ikone des Feminismus“ zu interessieren. Die beachtliche Zahl von 0(!) Kommentaren auf den Artikel von Anne Waak bestätigt diese Vermutung allemal.

Leserreaktion auf die "neue Ikone des feminismus" = 0
Leserreaktion auf die „neue Ikone des Feminismus“ = 0

Die abschließende Frage dieses Artikels ist, inwiefern die offensichtliche Bedeutungslosigkeit dieser „Ikone“ einen Vorschuss von 3 Millionen Euro auf ihr Buch rechtfertigt, welches bei einem Preis von 19.95 €, mindestens 150.376 mal verkauft werden muss, um nur diese Kosten wieder einzuspielen?

Flop oder Top? Das Memoiren einer 28-jährigen Feministin
Flop oder Top? Die Memoiren einer 28-jährigen Feministin

Eines ist jedoch sicher: der Verlag wird sich das Geld zurückholen. Auch wenn dafür wieder einmal die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, die gezwungenermaßen all die feministischen Netzwerke subventionieren müssen.

Karsten Mende

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10 Kommentare zu „Keinen interessiert es…

  1. Hab ich schon gelesen. Allerdings scheint die „neue Ikone“ nicht ganz so krass drauf zu sein, zumindest noch nicht. Abzuwarten wäre was passiert, wenn diese unansehnliche Schnalle in die Wechseljahre kommt. Da die nicht therapiefähig ist, kann sich ihre Macke genauso entwickeln, wie bei den beiden.

  2. Mein persönlicher Eindruck von Dunham hat mit Feminismus nichts zu tun. Jedenfalls nichts mit dem derzeit grassierendem verstaubten 70er Feminismus, mit Twitter und Karriere-Plus als Sahnehäubchen.

    Ihre Serie selbst scheint in der USA durchaus ansehnliche Einschaltquote zu liefern. Daher sind die 3 Mio $ nicht unbedingt übertrieben. Allerdings gibt es zwischen USA und Deutschland meiner Meinung nach noch einen deutlichen Unterschied. Während dort Frauen sich entweder an den Hollywoodschönheiten orientieren oder mit »typischen« Reiterhosen durchs Leben ziehen, findet sich bei uns die Durchschnittsfrau eher deutlich im Mittelfeld.

    Warum Dunham jetzt zur feministischen Ikone stilisiert wird ist einleuchtend. So vermittelt ihre Serie, von deren Existenz ich bis vor einigen Tagen ebenfalls noch nichts wusste, ein »neues« Bild von Frauen im Fernsehen. Auch Frauen die offensichtlich nicht dem vorherrschenden Schönheitsideal entsprechen und darüber hinaus auch die eine oder andere Macke haben kann man im Fernsehen zeigen. Und im Fall der Serie – sogar nackt. Ob diese Störungen oder Macken überhaupt schädlich sind, oder es jemals werden, kann ich nicht beurteilen.

    Dass die Serie in Deutschland bisher wenig Resonanz erfährt ist unter diesen Annahmen ebenfalls einleuchtend. Natürlich gibt es auch hierzulande genug Frauen die mit sich Selbst und ihrem Äußeren hadern. Das bedeutet aber noch längst nicht, dass diese Frauen tatsächlich am, als unattraktiv wahrgenommenen, Ende angekommen sind. Darüber hinaus spielen in einem nicht unerheblichen Teil deutscher Filme Frauen mit, die mit als durchschnittlich empfundener Attraktivität aufwarten können.

    Ich habe den Eindruck, dass das Gedankengut, das Dunhams Serie und Buch zugrunde liegt eher dieser Art ist: »Du bist Ok wie du bist.« Ich persönlich habe kein Problem mit Frauen die auf diese Art emanzipiert sind. Was mich auch zum Anfang meines Kommentars bringt. Ist Selbstbewusstsein und Selbstakzeptanz heutzutage feministisch?

    1. Danke für Ihre etwas andere Sichtweise. Die hat auch was für sich, auf jeden Fall. Auf Ihre letzte Frage möchte ich antworten, dass Dunham sich selbst als feministisch einschätzt und auch von der Presse so wahrgenommen wird. Das ist kein von mir gezogenes Fazit. Und wer sich, aus welchen Gründen auch immer, als feministisch bezeichnet, muss damit rechnen in diesem Sinne beurteilt zu werden. Ich halte eine Frauenklatsch-Serie mit neurotischen Frauen, die sich selbst spielen, eben schon für feministisch. Dass derartige Neurosen keine negativen oder schädlichen Folgen für das direkte Umfeld dieser Frauen haben, wage ich zu bezweifeln, da eine Beziehung mit einer solchen Frau einiges an Nerven kostet und es durchaus passieren kann, dass dabei auch einmal der eine oder andere Nervenstrang reißt. Welche (zumal finanziellen) Folgen das für Männer nach sich ziehen kann, die mit so einer verheiratet sind, steht bei der derzeitigen staatsfeministischen Rechtslage noch auf einem anderen Blatt (Robin Williams). Jedenfalls hat ein Mann, der in solch eine gestörte Honigfalle tritt automatisch ein Problem, und das nicht nur in den USA oder in Schweden, sondern auch in Deutschland. Wie auch immer die Selbstwahrnehmung dieser Frauen ist, sie sind trotzdem psychisch krank und sollten schon deswegen nicht zu Vorbildern stilisiert werden.

      1. Wie ich bereits im ersten Kommentar schrieb kann ich nur meinen bisherigen Eindruck weitergeben. Was letztendlich nicht ausschließt, dass ich komplett falsch liege. 😉

        Auch Birgit Kelle bezeichnet sich selbst als Feministin und wird von den meisten als feministisch bekannten Personen oder Organisationen abgelehnt.

        Meine Ansichten lassen sich mit Sicherheit nicht selten mit »Masku-Troll« etikettieren. Dabei bleibt eine solche Einordnung aber nichts weiter als eben jenes Etikett. Ich bemühe mich daher, Personen nicht vorschnell in eine Schublade zu stecken. Ich kenne Dunhams »Mein-Feminismus« nicht. Bislang konnte ich allerdings keine Aussagen von Dunham finden die ich als potentiell schädlich bezeichnen würde. Auch sehe ich keine Veranlassung jede Zuordnung zum Feminismus unkritisch zu übernehmen. Feminismus steht für mich persönlich eben nicht für Freiheit oder Gleichberechtigung. Deshalb schlage ich diese Attribute eher dem Humanismus zu. Nur weil eine Lüge, oft genug wiederholt, leicht geglaubt wird, wird sie deshalb längst nicht zur Wahrheit.

        Die Sache mit den Macken ist natürlich zweischneidig. Eine weit verbreitete Macke ist zum Beispiel die Arachnophobie. Gerade hier in Deutschland eine mehr als unbegründete Angst. Es gibt hier schließlich keine, für gesunde Menschen, lebensbedrohlichen Spinnen. Wenn also die ansonsten geschätzte Partnerin Ängste vor einem vollkommen harmlosen Weberknecht zeigt ist das sicherlich nervig aber meiner Ansicht nach ungefährlich. Problematisch wird eine solche harmlose Störung erst dann wenn sie sich zur Manie entwickelt und damit die persönliche Umwelt dauerhaft belastet.

        In solchen Fällen hast du Recht. Dann können diese Neurosen durchaus dazu führen das Leben eines anderen Menschen nachhaltig zu stören oder sogar zu zerstören. Zum Vorbild tauchen diese Personen natürlich nicht.

  3. Ich kann ebenfalls falsch liegen mit meiner Einschätzung, keine Frage. Ich muss allerdings aus den Quellen schöpfen, die sprudeln. Und wenn diese Schauspielerin in einer überregionalen Zeitung als „neue Ikone des Feminismus“ angepriesen wird, bleibt mir nichts anderes übrig, als genau da anzuknüpfen. Dass diese Schauspielerin keine Radikalfeministin (wie Kate Millett) ist, ist mir schon klar.
    Ich neige jedoch dazu, solche Personen etwas argwöhnischer zu betrachten, besonders wenn diese an einer Reihe von psychischen Störungen leiden und eine derartige Therapie-Resistenz aufweisen. Da ist Vorsicht angebracht, das weiss ich aus eigener Erfahrung. Eine kleine Macke hat jeder irgendwie, nobody is perfect. Aber ein solches Sammelsurium von Phobien, wie bei Frau Dunham (Bazillen, Typhus, Lepra, Milch, einer Entführung), lässt bei mir die Antennen ausfahren. Das ist nicht einfach nur eine Macke. Dieses irrationale Durcheinander, gepaart mit Feminismus, kann mit tatkräftiger medialer Unterstützung in mentale Kanäle einer ohnehin schon verwirrten Gefolgschaft geleitet werden, die sich daran hochfädelt und nicht mehr für ein verständnisvolles Miteinander zugänglich ist.
    Mag diese Frau auch naiv erscheinen, die Medien für die sie arbeitet sind es gewiss nicht. Auch wenn Frau Dunham glaubt, sie sei ihr eigener Boss (was für ihre Naivität spricht) haben doch die Sender und Verleger, die sie veröffentlichen, das letzte Wort. Das ist einfach so. Wer das Geld hat, bestimmt die Musik!

    1. Genau das mit den Quellen ist ein nicht zu unterschätzendes Problem. Wer kann schon genau sagen wie viel der erzählten Geschichte der Realität entspricht. Gerade dann wenn feministische Positionen gepriesen werden findet sich allzu häufig Schönfärberei über Tatsachenverdrehung bis hin zu offenen Lügen. Letztendlich wird einfach krampfhaft versucht jeglichen als positiv empfundene Aspekt dem Feminismus zuzuordnen. Ohne diese Strategie würden sich deutlich mehr Menschen, aufgrund der kognitiven Dissonanz, angewidert abwenden.

      Deinen Argwohn sehe ich eher als gesunde Reaktion auf das was uns alltäglich von den Medien geboten wird. Und natürlich besteht die Gefahr, dass durch entsprechende Berichte aus einem »du bist OK wie du bist« ein »du hast zwar einen Vollknall aber das ist trotzdem OK« wird. Letztendlich werden wir sehen müssen ob Dunham in sechs Monaten noch eine Rolle spielt oder ob die derzeitige Berichterstattung nur Werbung für ihr Buch ist.

      Nicht, dass es mich in der Vergangenheit nennenswert interessiert hätte. Allerdings habe ich schon öfter von neuen feministischen Ikonen gelesen die schneller in der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind als sie daraus hervorgeholt wurden. Ein ähnliches Schicksal steht meiner Ansicht nach zum Beispiel auch A.W. bevor. Der #Aufkreisch war eine gehypete Randerscheinung und für ihr Buch interessiert sich kaum jemand außerhalb der Szene.

      Sicherlich entscheiden Sender und Verleger. Aber zumindest beim Sender HBO hatte ich bisher nicht den Eindruck, dass das Programm pro-feministisch gestaltet wird. Allerdings kenne ich natürlich nicht das gesamte Sendespektrum.

      1. In der „Eröffnungsrede“ dieses Blogs kann man in etwa nachlesen, warum solche Schnepfen wie A.W. über kurz oder lang irrelevant werden.

        https://karstenmende.wordpress.com/2013/11/01/feminismus-und-staatsfeminismus-unterscheiden-sich-im-erfolg/

        Daher halte ich es auch nicht für notwendig, den gefühlt 1.000sten Artikel über dieses verwirrte Mädchen zu verfassen. Die hat schon viel zu viel Publicity. Wir sollten diesem dümmlichen Geschwätz nicht so viel Aufmerksamkeit widmen und uns auf das konzentrieren, was wirklich gefährlich ist: Der Staatsfeminismus.
        Der Staatsfeminismus ist eine totalitäre Diktatur. Und eine solche Herrschaftsform kann man nicht daraufhin untersuchen, ob sie nicht auch „gemäßigte“ Protagonisten und Ausprägungen inne hat.
        Gemäßigter Totalitarismus? Das ist ein Widerspruch in sich! Auch das Nazi-Regime kann nicht dadurch relativiert werden, dass man einen Stauffenberg ja eigentlich ganz in Ordnung findet. In einem totalitären Regierungssystem ist auch nicht davon auszugehen, dass sich vermeintlich gemäßigte Kräfte durchsetzten. Daher halte ich es für wichtig, die nutznießenden Mitläufer des Totalitarismus, in meinem Fall Lena Dunham, genauso an den Pranger zu stellen. Solche Figuren in diesem Spiel zu ignorieren, nur weil sie nicht die radikalen Ansichten einer Kate Millett teilen, halte ich für fahrlässig.

        Außerdem finde ich es geradezu verpflichtend, mit Blick auf die unsägliche #Aufschrei-Aufregung, auch mal was anderes zu schreiben.

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