Diffamierung „de Luxe“ – Die „Bundesregierung“ bei Facebook

Dass es bei der Bundeswehr eklatante Sicherheitsmängel gibt ist kein Geheimnis, zum Beispiel mit dem Sturmgewehr „G36„. Zu erst wurde in der Truppe unter vorgehaltener Hand über die Fehlfunktionen gemunkelt. Es hat eine Weile gedauert bis die Kritik so laut wurde, dass im dafür zuständigen Ministerium Handlungsbedarf erkannt wurde. Im Dezember 2011 gab es bereits die ersten Warnungen hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Gewehres. Jahrelang wurden Nachbesserungen und Umrüstungen verschleppt, so dass die Bundesregierung im April 2015 über die derzeit verantwortliche Ministerin UvdL verkünden lässt : „G36: Mit Hochdruck eine gute Lösung für die Soldatinnen und Soldaten finden.“

Aktionismus à la von der Leyen
Aktionismus à la von der Leyen

Die Amtsmühlen mahlen bekanntlich langsam. Bei der Bundeswehr scheinbar besonders langsam. Offenbar aber nur, wenn es um überlebensnotwendige Ausrüstungsgegenstände, wie eine zureichende Bewaffnung, geht. Denn in anderen Zusammenhängen erweist sich der müde Amtsschimmel als wahres Rennpferd,

Kann, wenn er will. Bei BW-Kitas ist er flink.
Kann, wenn er will. Bei BW-Kitas ist der Amtsschimmel flink.

zum Beispiel wenn es um die Finanzierung und Errichtung von Bundeswehr-„Kitas“ geht. Dann, so zeigt sich, werden alle bürokratischen und finanziellen Hürden im Galopp genommen, so dass man als Beobachter nur staunen kann. Auch die Attraktivitätsinitiative der Ministerin ist mir noch geläufig, bei der Rekruten mit Teilzeitarbeit und Flachbild-TV bei Laune gehalten werden sollen. Hinzu kommen noch solche absurden Werbekampagnen, mit denen Frauen der Dienst beim Bund schmackhaft gemacht werden soll. Also, kann man getrost feststellen, die Langatmigkei bei der Verbesserung der Ausrüstung hängt nicht mit dem bürokratischen Aufwand zusammen, der bei der Bundeswehr obligatorisch scheint. Auch die Finanzierung kann es eigentlich nicht sein, denn man sollte doch annehmen können, dass die primären Kostenstellen bei der Bundeswehr auch eine gewisse Priorität gegenüber nebensächlichen Bereichen des Ressort-Etats genießen. Offensichtlich aber tun sie das nicht, denn die Probleme mit dem G36 sind ja nicht die einzigen Baustellen im Bereich der Ausrüstung der Truppe.

Nun hat sich auf Facebook der Dienstherr der Bundeswehr zu Wort gemeldet und verspricht Abhilfe. Und wieder einmal sollte man auf die Codierung in der Sprechblase der Ministerin achten. Wiederum ist im obigen Satz von „Soldatinnen und Soldaten“ die Rede, in einem Kontext, der eigentlich nur Männer meinen kann, denn in Kampfverbänden unter lebensbedrohlichen Bedingungen, in denen das G36 quasi eine Lebensversicherung darstellt, sind praktisch keine Frauen vertreten. In anderen Zusammenhängen, nehmen wir die „Teilzeitarbeit“, wird hingegen ausschließlich von Soldaten gesprochen, obwohl dieses Arbeitszeitmodell hauptsächlich für Frauen interessant ist und daher auch nur im Rahmen der Köderung von Frauen für den Uniformdienst überhaupt eine Rolle spielt. Da diese Codierung für aufmerksame Zeitgenossen klar ersichtlich und gut durchschaubar ist, habe ich mir erlaubt, auf den Beitrag bei Facebook kritisch zu reagieren, mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass die Mangelhaftigkeit des G36, wohl für die potenziellen Witwen eine größere Bedeutung hat, als für die Karriere-„Soldatinnen“, die wohl niemals in ihrer Dienstzeit auch nur in die Nähe von Gefahr kommen werden. Hier nun der Wortwechsel im Zitat:

– Karsten Mende: Oh ja, besonders die vielen „Soldatinnen“, die im „Kampfeinsatz“ ihr Leben wegen mangelhafter Ausrüstung riskieren, sind an einer Lösung interessiert.

– Bundesregierung: Was genau kritisieren Sie an dem Einsatz von Frauen in der Bundeswehr, Karsten Mende?`Knapp 19.000 Soldatinnen leisten aktuell ihren Dienst bei der Bundeswehr – Tendenz steigend. Weitere Informationen dazu finden Sie hierhttp://www.bundeswehr.de/…/DcLBDYAgDADAWVyg_ftzC…/. Schade, wenn wir hier die Geschlechterdiskussion auf diesem Niveau wieder neu beginnen müssen. Einen chauvi-freien Abend wünscht die Redakteurin

– Karsten Mende: Ich reden von Kampfeinsätzen. Nicht von Wohlfühlposten in Kaffemaschinen-Reichweite, die gerne mit dem Beruf des Soldaten bezeichnet werden, obwohl diese Jobs durchaus auch von zivilem Personal bewältigt werden können. Nur weil Frauen bei der BW in Uniform herum stolzieren, macht das noch keine „Soldatinnen“ aus ihnen. Andererseits ist das auch gut so, denn die negativen Auswirkungen von Frauen in Kampfverbänden sind bekannt und empirisch bestens belegt. Bei der Zahal hat man die besten und längsten Erfahrungen in dieser Richtung gesammelt und die einzig richtigen Konsequenzen gezogen. Letztlich läuft es bei der BW aber auf das Selbe hinaus. Fakt ist: es sind SOLDATEN, die mit der mangelhaften Ausrüstung in Gefahr gebracht werden. Die wenigen Frauen, die im BW-Dienst tödlich verunglückten, sind wohl eher an persönlicher Selbstüberschätzung, Unfähigkeit und der ideologischen Besessenheit ihres Dienstherren gescheitert (siehe Gorch Fock).

– Bundesregierung: Da greift aber jemand tief in die Vorurteil-Macho-Kiste, Wir schreiben übrigens das Jahr 2015, Karsten Mende. Bleiben wir bei den Fakten: Von den 19.000 Soldatinnen sind 3.364 im Heer, 2.057 bei der Luftwaffe, 3.571 Streitkräftebasis. Natürlich ist der Anteil der männlichen Soldaten größer. Aber ist denn das Geschlecht nicht vollkommen egal, wenn es um die Sicherheit eben dieser geht. Sollte dies nicht einfach im Vordergrund stehen? Ihr fragwürdiges Frauenbild teilen wir in jedem Fall nicht. Schade, dass die Gleichberechtigung an Ihnen offensichtlich vollkommen vorbeigegangen ist. Bedauernde Grüße aus der Redaktion

– Karsten Mende: Sie haben Ihre Meinung und ich habe meine. Nur bezieht sich meine Meinung nicht auf ein völlig verdrehtes Bild von der Realität, die Sie auch mit ihren Zahlenspielereien nicht von den Füßen auf den Kopf zu stellen vermögen. Es ist völlig unerheblich, wie viele vermeintliche Soldatinnen sich in einer Uniform präsentieren. Es ist und bleibt eine Tatsache, dass Frauen für den Kampfeinsatz nicht die nötigen körperlichen Fähigkeiten und Voraussetzungen mitbringen und diese Kluft sich mit steigendem Training noch vergrößert. Ich möchte den Militärhistoriker Martin van Creveld zitieren, der, zu Recht, sagt: „Die Zulassung von Frauen zum Militär ist wenig mehr als eine Farce, die den Steuerzahler teuer zu stehen kommt. Von echter Gleichberechtigung – einer Gleichberechtigung nämlich, die dafür sorgt, daß Soldaten beider Geschlechter die gleichen Risiken auf sich nehmen und die gleichen Verluste erleiden – sind wir so weit entfernt wie eh und je.“ Ich habe bestimmt nichts gegen Gleichberechtigung. Nur im Gegensatz zu Ihnen ist mir der Unterschied zur „Gleichstellung“ mehr als bewusst. Denn davon wird immer geredet. Dass Gleichstellung das glatte Gegenteil von Gleichberechtigung und nur auf Privilegien und Vorteile ausgelegt ist, müssen (nicht nur) männliche Rekruten bei der Bundeswehr schmerzlich erfahren, wenn, auf ideologisches Geheiß, Frauen trotz geringerer Qualifikation, auf der Karriereleiter an ihnen vorbei gehoben werden. Ihre typischen Diffamierungsfloskeln, von wegen überholtes Frauenbild, ziehen bei mir nicht, da ich mit reichlich Fakten und realistischer Weltsicht, unabhängig vom Zeitgeist, gesegnet bin. Allerdings kann ich Ihnen einen gewissen Zynismus vorwerfen, wenn Sie es begrüßen würden, dass im gleichen Maße Frauen an der Front ihr Leben lassen sollten, wie Männer. Denn schon hier zeigt sich ein deutliches Missverhältnis zu Ihren genannten Zahlen. Zu Ungunsten von Männern, versteht sich. (Hervorhebungen: die Kehrseite, Rechtschreibung im Original)

Es wundert nicht, dass das, was eine hochinteressante und ergiebige Diskussion hätte werden können, an diesem Punkt von der „Bundesregierung“ abgebrochen wurde, denn Fakten in einem realistischen und unideologischen Weltbild sind das letzte, was eine „Redakteurin“ in indoktrinärem Auftrag gebrauchen kann.

Der israelische Militär-Experte Martin van Creveld
Der israelische Militär-Experte Martin van Creveld

Hatte die „Expertin“ zu Anfang vielleicht den Eindruck, mich mit ihren vermeintlichen Fakten zum Schweigen bringen zu können, ist wohl der Verweis auf Martin van Creveld der Punkt gewesen, an dem sie begriffen hat, dass sie sich ihre ideologischen Lobgesänge auf „Frauen beim MIlitär“ bei mir sparen kann. Hier werden die Wesenszüge von Genderisten deutlich, wie sie von der Gallionsfigur des Genderismus, Lann Hornscheidt, gepredigt werden, um ja keine sachliche Diskussion aufkommen zu lassen. Auf einem Gender-Workshop in Halle hat eine Journalistin Undercover recherchiert und einen recht guten Einblick in die Gender-Sekte bekommen können. Dort wurde das Prinzip erläutert, mit dem auch ich in meiner Diskussion mit der „Bundesregierung“ abgeblockt wurde: „Da man in einem Gespräch schnell merkt, ob das Gegenüber einem gut gesinnt ist, oder einfach nur anstacheln möchte, kann man das Gespräch auch ganz schnell abbrechen. Und nun kommt die Quintessenz des Workshops: »Sachen stehen lassen!«, wie Lann immer wieder mit cholerisch anmutendem Pathos erklärt. »Ihr habt diese Option. Habt Mut, ein Gespräch abzubrechen! Im Zweifel einfach gehen. Diskussionen sind nicht immer auch Kommunikation! Wenn ihr merkt, dass da Abwehr kommt, einfach sein lassen. Wieso Kraft aufwenden und Energie verschwenden?! Man lässt sich ja nicht wegen eines Mangels an Argumenten nicht auf blöde Nachfragen ein! Sondern weil das Gegenüber nicht empfänglich ist!«

Im Klartext heißt das, wer Argumente hat, kann kein Gesprächspartner sein. Und diese Kommunikationsweise ist ein sicheres Indiz für eine feindliche Haltung gegenüber dem Verstand, wie sie nur Ideologen aufweisen. Ob es die nationalsozialistische, die marxistische oder aber die genderistische Ideologie ist, ist nicht von Bedeutung. All diesen Ideologien war (und ist) gemein, dass sie die Ratio verabscheut und dem Verstand den Krieg erklärt haben.

Karsten Mende

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Ein Kommentar zu „Diffamierung „de Luxe“ – Die „Bundesregierung“ bei Facebook

  1. http://augengeradeaus.net/2015/10/maengel-beim-g36-keine-probleme-im-gefecht/
    Zumindest in Bezug auf die Treffsicherheit beim G36 ist zu sagen, dass es keine Probleme gibt.
    Der „Test“, der angebliche Schwächen aufdeckte, war ein an den Haaren herbeigezogenes Szenario, dass praktisch nicht vorkommt (vorkommen sollte) und bei dem jedes andere Gewehr auch ungenau oder gar ganz funktionsunfähig werden würde. Selbst mit einem Maschinengewehr, das dazu gedacht ist, flächendeckend zu feuern (natürliche Streuung), gibt man kein permanentes Dauerfeuer, sondern nur kurze Feuerstöße ab.
    Wer etwas anderes behauptet, dem muss leider bescheinigt werden, keine Ahnung zu haben.

    Zitat: “ Es ist und bleibt eine Tatsache, dass Frauen für den Kampfeinsatz nicht die nötigen körperlichen Fähigkeiten und Voraussetzungen mitbringen und diese Kluft sich mit steigendem Training noch vergrößert.“
    Frauen werden in den meisten Fällen auch nicht im direkten Kampfeinsatz eingesetzt, sondern im Verwaltungs- und Sanitätsbereich. In der Truppe sind Frauen allenfalls eingesetzt als Vorgesetzte, mit einem relativ geringen Risiko, sich einer tatsächlichen Gefährdung aussetzen zu müssen.
    Insbesondere die Frauenquote spricht für sich selbst – denn die sieht wieder einmal nur Führungspositionen vor, während für Männer die „Drecksarbeit“ übrig bleiben soll.

    Bezeichnend für den Genderwahn/Feminismus ist zudem, dass sich offensichtlich niemand daran stört, dass die Wehrpflicht (zwar derzeit ausgesetzt aber noch existent) nach wie vor ausschließlich für Männer und nicht für Männer und Frauen besteht. Soviel zum Thema Gleichberechtigung/Gleichstellung.

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