Büchervernichtung im Ländle – Fragen, die gestellt werden müssen

Vor kurzem fand in der Stadtbücherei von Bad Dürrheim eine Aktion statt, die an längst vergessene Zeiten der deutschen Geschichte erinnerte. Es wurden systematisch Bücher aus dem Sortiment genommen, die nicht dem ideologischen Zeitgeist entsprechen.

Nun kann man sicherlich der Ansicht sein, dass es sinnvoll ist, die Bestände von Zeit zu Zeit auf ihre Aktualität hin zu erneuern. In einem gewissen Rahmen ist das auch passiert. Nur bleiben ein paar Fragen hinsichtlich der Räumung offen. Wieso, zum Beispiel, ist diese Aktion überfallartig von Statten gegangen? Und warum, wenn diese Aktion ein ganz normaler Vorgang der Aktualisierung gewesen sein soll, sagt die Bibliotheksleiterin Regina Hoffmann, die seit 36 (!) Jahren dort beschäftigt ist, dann aus, dass sie „so etwas […] hier noch nie erlebt“ hätte? (Quelle: Schwarzwälder Bote). Ich denke nicht, dass eine übliche Aktualisierung des Bestandes bei einer so langjährigen Bibliotheksleiterin solch ein Entsetzen hervorrufen könnte, wie es denn der Fall war.

Noch etwas lässt den Schluss zu, dass es sich bei der Räumung nicht um einen gewöhnlichen Vorgang gehandelt haben könnte. Im Rahmen der Relativierungen war immer wieder die Rede davon, dass die aussortierten Bücher auf Flohmärkten und dergleichen angeboten würden. Mag sein, dass es oft so gehandhabt wird. Aber hier war es eben genau nicht so. Laut einer Zeugin sollen die Bücher „aus dem Fenster in einen Container geworfen“ worden sein. Ebenso erfährt man in dem Artikel, dass Frau Hoffmann, immerhin die Bibliotheksleiterin, ihres Arbeitsplatzes verwiesen wurde.

Alles in allem sind das deutliche Indizien für einen außergewöhnlichen Vorgang, der vom Regierungspräsidium Freiburg durchgeführt wurde und deshalb von der Landesregierung von Baden-Württemberg zu verantworten ist. Auf einen Schlag sind auf diese Weise 40 Prozent (!) des Bücherbestandes aussortiert und, wie ersichtlich wurde, eben nicht anderweitig zur Verfügung gestellt worden. Diese Bücher wurden systematisch vernichtet! 

Bis hierhin haben die Fakten gesprochen. Ab hier wird es spekulativ, denn dass sich der Begriff „zeitgemäß“ hierbei nur auf das angestaubte Wort „Neger“ und Ähnliches bezieht, wage ich zu bezweifeln. An dieser Stelle möchte ich eine Frage stellen. Was, außer „Stuttgart 21“, hat in den letzten Jahren im Ländle zu einem für diese Region ungewöhnlichen Aufruhr gesorgt? Welche Maßnahme war es, die ein Volksbegehren sondergleichen, einschließlich einer Petition auf den Plan gerufen und das politische Geschehen in Stuttgart kurzzeitig aus dem Ruder geworfen hatte? Es war der „Bildungsplan 2015“, der in der grün-roten Regierung Kretschmann eine übergeordnete Priorität genießt und gegen allen Widerstand der Bevölkerung in den Schulen des Landes Baden-Württemberg eingeführt werden soll. In speziell diesem politischen Feld hat sich ein Konfliktpotenzial herausgebildet, dass in der Landesregierung sicherlich Eindruck gemacht hat. Ich kann mir also durchaus vorstellen, dass Maßnahmen, die mit diesem Thema zusammenhängen, seit den Ereignissen der Bürgerproteste, mit besonderer Sorgfalt auf ihre Geheimhaltung hin geplant und durchgeführt werden. Manchmal geben die Zusammenhänge, die nicht genannt werden deutlichere Hinweise, als die explizit erwähnten. Und genau dieser Themenkomplex wurde bei der Berichterstattung um die Büchervernichtung massiv ausgeklammert.

Wie gesagt, das ist höchst spekulativ. Aber meine Spekulationen laufen darauf hinaus, dass hier besonders Bücher aus dem Sortiment genommen worden sind, die der grün-roten Gender-Ideologie widersprachen und deshalb eben nicht auf Flohmärkten und dergleichen wieder auftauchen und weiter gegeben werden sollten. Ich möchte abermals den Artikel des Schwarzwälder Boten zitieren, der diese Spekulation unterfüttert: „Laut der Bibliothekarin seien Bücher herausgenommen worden, die durchaus noch Aktualität besitzen und von Einheimischen sowie von Gästen immer wieder gerne gelesen wurden. Bildbände über die Natur, Lexika, Psychologie, Medizin, zählt sie auf und sortiert fassungslos die aus dem Büchern herausgenommenen Kärtchen.“ (Hervorhebung: Die Kehrseite)

Natürlich ist mir bewusst, dass die Stadtbibliothek in Bad Dürrheim nur eine von sehr vielen ist und dass es einen erheblichen Aufwand bedarf, um alle Bibliotheken in Land und Bund von „nicht zeitgemäßer“ Literatur zu säubern. Es könnte sich also, und auch das ist Spekulation, um einen Probelauf gehandelt haben, um den Ablauf, sowie den Widerstand auszuloten. Da der Widerstand gering war und die Säuberung recht reibungslos verlaufen ist, ist zu befürchten, dass es in Zukunft vermehrt zu solchen Aktionen kommen könnte. Die letzte Frage dieses Artikels, die unbedingt gestellt werden muss, hat Regina Hoffmann zusammen mit ihren Kollegen schon beantwortet:

„So etwas darf es nie wieder geben“!!!

Karsten Mende

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9 Kommentare zu „Büchervernichtung im Ländle – Fragen, die gestellt werden müssen

  1. Die Gleichschaltung der Medien ist bei Büchern komplizierter. Bücher sind, anders als MSM, dausrhafter.. Bei den Nazis wurden unpassende Bücher verbrannt, in der DDR aus dem Sortiment genommen, aber nicht komplett vernichtet. Die heutige Vernichtung der Bücher entspricht der Verbrennung. der Nazis.
    Selbst der Begriff Neger ist als Zeitdokument interessant. Damals war der Begriff Neger in keiner Weise abwertend. Der Begriff kommt aus dem lateinischen, nicht aus dem englischen. Die Übersetzung auf englisch ist Schwarzer bzw. Schwarze, also Black People oder in den USA lebend auch Afro-Amerikaner, aber eben nicht Nigger.

  2. Hoch lebe die politische Korrektheit und die neue deutsche Rechtschreibung. Weil der Text in älteren Büchern nicht mehr dem heutigen „Zeitgeist“ entspricht, wird die Literatur aus den öffentlichen Bibliotheken verbannt, heisst verbrannt. So geschehen in Bad Dürrheim im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg, wo 3’200 Bücher oder 40 Prozent des Bestandes in der städtischen Bibliothek in einer Nacht und Nebel Aktion entfernt und vernichtet wurden. Der Grund, sie beinhalten Wörter, die nicht politisch korrekt sind, nicht dem Gender-Mainstream entsprechen, oder in der alten Rechtschreibung geschrieben sind. Bücher welche die Wörter „Negerlein“, oder „Zigeuner“, oder „Weib“ beinhalten, sind nicht mehr „zeitgemäss“ und deshalb nicht mehr erwünscht. Der Grund: Kinder könnten einen falschen Sprachgebrauch lernen und diesen anwenden.
    Die Bücher von Erich Kästner fallen darunter, wie „Emil und die Detektive“, „Das doppelte Lottchen“ und „Das fliegende Klassenzimmer“. Wie bescheuert ist das denn? Na ja, seine Werke haben die Nazis auch schon 1933 bei der Bücherverbrennung als „wider den deutschen Geist“ verbrannt. Heute sind sie wohl „wider dem politisch korrekten Geist“ der Gedanken- und Verhaltenspolizei. Das ist Nazi-Idiologie im neuen Kleid.
    Stellt euch vor, das stehen so Wörter wie „Vater“ und „Mutter“ drin, igitt wie sexistisch, die darf man nicht mehr benutzen, denn heute gibt es nicht mehr nur zwei Geschlechter, sondern mindestens 32 und man muss korrekt Eltern1 und Eltern2 sagen.
    Nach diesem Kriterium müssen aber viele Klassiker der deutschen Literatur, plus die meisten Übersetzungen bis zurück zu den Römern und Griechen, und sogar die Bibel, wegen falschem „Wording“ (noch so ein Anglizismus, der die deutsche Sprache verhunzt) und wegen „rassistischer“ Wörter aus den Bibliotheken verschwinden und vernichtet werden.
    Goethes Werke müssen unbedingt völlig bereinigt werden, denn im “Faust” und anderswo stecken inakzeptabel “frauenfeindliche” Verse drin, wie ach du Schreck das Wort „Fräulein“.

    Faust:
    Mein schönes Fräulein, darf ich wagen,
    Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?
    Margarete:
    Bin weder Fräulein, weder schön,
    Kann ungeleitet nach Hause gehn.

    Zu was wird das führen? Wenn sie jetzt schon die Bibliotheken von „entarteter Literatur“ säubern, dann ist jeder gefährdet der eine Orginalausgabe vieler Bücher bei sich Zuhause im Regal hat. Vielleicht nimmt der Staat einem die Kinder weg, weil man ihnen Pippi Langstrumpf wie die Autorin Astrid Lindgren es ursprünglich geschrieben hat vorliest. Sie hat übrigens zu Lebzeiten eine „Bereinigung“ untersagt.

    1. Ich gehe davon aus, dass sie dumm genug sind, auch das zu versuchen. Im Moment genießt der Genderinsmus die Definitionsmacht, ich glaube aber, dass sich das mit dem Eklat um „hart aber fair“ ändern könnte. Die haben keinerlei Argumente oder Empirie auf ihrer Seite, nur haltlose Behauptungen und Rückendeckung aus dem Hause Schwesig. Ich bin mir fast sicher, dass sie derartig von sich und ihrer Ideologie eingenommen sind, dass sie es sogar wagen werden, den Koran zu vergendern. Auf die Reaktionen bin ich sehr gespannt. 😉

  3. „Es könnte sich also, und auch das ist Spekulation, um einen Probelauf gehandelt haben, um den Ablauf, sowie den Widerstand auszuloten. Da der Widerstand gering war und die Säuberung recht reibungslos verlaufen ist, ist zu befürchten, dass es in Zukunft vermehrt zu solchen Aktionen kommen könnte.“

    Das denke ich auch und da kann man kaum genug vor warnen.

    Typo: „dem Büchern“

  4. Die Krankheit „Genderitis“ ist nur ein Teil des wuchernden Krebses mit Namen NWO. Die Metastasen der tödlich verlaufenden NWO tragen tausende Namen teuflischer Prägung. Die Vernichtung „entarteter“ Bücher stellt eine weitere Metastase des Bösen dar und geplant ist sicher schon die Vernichtung sämtlicher Bücher der „alten Welt“.

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