Die Stimme aus dem Off

Die meisten Menschen, die einen Regenbogen sehen, verbinden mit diesem Naturphänomen ein Gefühl der Erhabenheit. Sofort werden spirituelle Affekte wach, die sich im allzu rationalisierten Alltag so kaum noch zeigen, sogar bei Menschen, die ansonsten eher weniger zu religiösen Gefühlswallungen neigen.

doppelter Regenbogen
doppelter Regenbogen

Dass ein Regenbogen ein wissenschaftlich erklärbares Naturschauspiel ist, ändert nichts an diesem emotionalen Umstand. Die Naturwissenschaft ist hier völlig machtlos, den gläubigen und spirituell verzückten Betrachtern ihre Visionen zu nehmen und dieses, zugegebenermaßen wunderschöne, Bild auf seine rationalen Erklärungsmuster zu reduzieren.

Ähnliches ist bei einer gesellschaftlichen Randgruppe zu beobachten, die sich den Regenbogen zum Symbol ihres ideologischen Kampfes gegen ihre vermeintliche Unterdrückung genommen haben: die so genannten Homosexuellen.

In einem sehr alten Artikel der Kehrseite habe ich mich explizit mit der wissenschaftlichen Definition des Begriffes „Sexualität“ auseinandergesetzt, da dieses Thema in den letzten Jahren eine politische Dimension angenommen hat. Obwohl es eines der intimsten zwischenmenschlichen Angelegenheiten ist, ist es gerade zu infam, wie dieses Thema von der Politik für erzieherische Maßnahmen instrumentalisiert wird. Wenn ich mich recht erinnere, waren es gleichgeschlechtliche Aktivisten, die ihre intimen Angelegenheiten heraus auf die Straße gezerrt haben. In beispiellosen Kampagnen auf medialer und politischer Bühne sind die Anliegen dieser Randgruppe in der Öffentlichkeit beworben worden. Deshalb bin ich ein wenig erstaunt darüber, dass sich heute ein schwuler Netzaktivist und Blogger, Der Schwulemiker, über Kritik ärgert, die es ohne den politischen Missbrauch ihrer intimen Privatangelegenheiten so nie gegeben hätte.

Damals wie heute vertrete ich die Auffassung, dass es niemanden etwas angeht, was zwei erwachsene Menschen in gegenseitigem Einvernehmen zu tun gedenken, so lange diese Taten keine strafrechtlichen Aspekte berühren. Da homoerotisch veranlagte Menschen in diesem Land keinerlei juristische Konsequenzen für ihr Tun befürchten müssen, sehe ich auch keinen Grund für diese Menschen sich in ihrer gewohnten Manier diskriminiert zu fühlen. Bei einigen Mitgliedern dieser Gruppe ist diese Erkenntnis wohl schon angekommen.

Logo des Widerstandes gegen den indoktrinären
Logo des Widerstandes gegen den indoktrinären „Bildungsplan 2015“

Etwas anderes ist es jedoch, wenn mit einem Thema wie diesem derartig massiv in die Öffentlichkeit gegangen wird. Wenn diese Privatangelegenheiten einer gesellschaftlichen Randgruppe sogar in die Schulen getragen und allumfassend in die Lehrpläne eingebunden werden sollen. Spätestens dann ist dieses Thema eben keine einvernehmliche Angelegenheit zwischen zwei Erwachsenen mehr, sondern ein Politikum. Hier greift der Einwand der Privatangelegenheit an einer völlig anderen Stelle. Wenn hier von Eltern Kritik auf die Straße getragen wird, betrifft diese nicht die Privatangelegenheiten der Schwulen und Lesben, sondern die der von solchen Eingriffen in die Intimsphäre betroffenen Kinder. Um so unverschämter ist es deshalb von Politik und Medien diese berechtigten Proteste zu verurteilen und diese Eltern zu diffamieren, als was auch immer, wenn gleichzeitig gegen geltendes Recht verstoßen wird und den Lobbygruppen der Buchstabenmenschen der Zugang zu Bildungseinrichtungen gewährt wird, um Kinder in ihrem ureigennützigen Sinne zu indoktrinieren. Nicht die Tatsache, dass es gleichgeschlechtliche Neigungen gibt steht zur Kritik. Auch die intimen Betätigungen der Homoerotiker haben vor der massiven politischen Einflussnahme ihrer Lobbygruppen auf die Schulbildung kaum einen interessiert. Den Demonstranten gegen den Bildungsplan 2015 ist es, genau wie mir persönlich, vollkommen egal was andere Menschen privat tun. Das geht keinen etwas an!

Wenn man jedoch ein solches Thema wie die Sexualität in den Lehrplan an Schulen einbaut, sollte das auf eine Weise geschehen, dass die maßgeblich davon Betroffenen (Kinder und deren Eltern) im Einvernehmen mit dem Bildungsträger sind. Dazu ist es jedoch notwendig, sich an die wissenschaftlichen Fakten dazu zu halten, die es zu diesem Thema gibt. Nun mag es sein, dass ich selbst kein Wissenschaftler bin und mein dazu verfasster Artikel keine wissenschaftliche Arbeit ist. Trotzdem ist es eine Tatsache, dass unter wissenschaftlicher Betrachtung Sexualität in einem gleichgeschlechtlichen Kontext nicht vorliegt, wie es auch Prof. Dr. Ulrich Kutschera bei einem Radio-Interview noch einmal ausdrücklich betont (Min. 11:22). Warum wohl umgehe ich den Begriff „Homosexualität“? Weil es in diesem, wie auch in dem oben verlinkten Artikel, um die wissenschaftliche Bedeutung im Rahmen der gesellschaftlichen Relevanz von Sexualität geht. Das ist der einzige Kontext, der im Bereich Schulbildung eine Rolle spielt. Alles andere ist Privatsache, die niemanden, besonders nicht Kindergartenkinder und Grundschüler etwas angeht. Ganz besonders nicht, wenn sie als Lehrinhalt falsch und unwissenschaftlich vermittelt wird.

Mein Artikel von damals hat also überhaupt nicht die Absicht irgend jemandem etwas abzusprechen, wie es beim Schwulemiker falsch behauptet wird. Unter diesen Umständen trifft die Kritik mitnichten ins Leere, sondern voll ins Schwarze, weil niemand, dem es um die wissenschaftliche Genauigkeit bei der Erstellung von Lehrmaterial geht, in einer solchen Endlosschleife von Emotionalität und Irrationalität gefangen ist. Und niemand sonst versucht in einem derartig überdrehten Eifer seine Ideologie in die Erlebniswelt von Kindern einzuschleusen wie die Lobbygruppen der LSBBTTIQ, abgesehen von den Kreationisten, die Prof. Kutschera ebenfalls zu Recht kritisierte.

Als Hinweis darauf, dass die emotionalen und irrationalen Ansichten der Buchstabenmenschen keinen Eingang in die Lehrpläne von Bildungseinrichtungen finden sollten, sei auf folgendes Zitat aus dem Schwulemiker-Blog verwiesen:

„Und selbst wenn man man Homosexualität als Form der Sexualität betrachtet, bemühen wir Homos uns sehr, Leben weiterzugeben, indem wir kräftig unsere Sexualität praktizieren. Es ist schließlich nicht unsere Schuld, dass ein allmächtiger Gott zwar in der Lage ist, in einem Mann das Verlangen nach einem anderen Mann zu entfachen, sich aber außerstande sieht, einen Mann zu schwängern.“ (Hervorhebungen: Die Kehrseite)

Wie auch immer man persönlich zu dieser geschlechtlichen Neigung steht ist Privatangelegenheit. Niemand wird in unserer Gesellschaft wegen dieser Neigungen diskriminiert, ganz im Gegenteil. Heute genießen die gleichgeschlechtlich Geneigten eine Vorrangstellung in den gehobenen gesellschaftlichen Kreisen, allein aufgrund dieser Neigung. Bei einem Coming-Out bekommen sie automatisch den Nimbus der Unangreifbarkeit verpasst und sind auch gegen sachliche Kritik in anderen Bereichen immun. Kaum jemand hat es zum Beispiel gewagt Klaus Wowereit wegen seiner kommunalpolitischen Verfehlungen anzugreifen, um nur ja nicht in den Verdacht der „Homophobie“ zu geraten.

Allerdings ändern sich zur Zeit die Prioritäten. Bildungspläne und CSD sind in der medialen Berichterstattung vom Podest auf die Ränge verwiesen worden. Und schon scheint sich ein erbitterter Konflikt in der Buchstaben-Gemeinde abzuzeichnen, bei denen die Schwulen gegenüber den überwiegend lesbischen Feministinnen den Kürzeren ziehen werden. Denn die bisher satt sprudelnden Förderquellen geben langsam zu Gunsten einer neuen Interessengruppe nach, die in schier unzählbaren Massen ins Land geströmt kommt, und dieser selbstsüchtigen und provokanten Randgruppe, im Gegensatz zu mir, wirklich feindselig gegenübersteht.

Eines sei über Regenbögen noch gesagt. Man kann sie nur sehen wenn Regen und Sonne zusammenkommen. Und sie sind sehr schnell vergänglich.

Karsten Mende

Advertisements

12 Kommentare zu „Die Stimme aus dem Off

      1. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Mit dem Denken verhält es sich ähnlich. Ich lasse mich nicht wieder auf dieses dämliche rhetorische Spielchen ein. Ich sage dir das jetzt EINMAL und dann ist gut. Die Stelle, mit der du meinen alten Artikel verlinkt hast ist falsch und ich habe dir damals schon erklärt, wie ich das sehe. Übrigens schreibe ich Artikel worüber ich will. Und wenn du meine Arbeiten angreifst und falsch wiedergibst, greife ich das auf und werde das auch in Zukunft tun. Da ich aber auf gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreifen kann, tangiert mich dein ideologisches Gewinsel nicht. Punkt und aus.

      2. Moment: Der Beitrag von damals handelte doch darum, dass Homosexualität eben keine Sexualität ist. Sogar die Frankfurter Erklärung hat das so verstanden. Und genau das habe ich doch aufgegriffen. Warum so pikiert?

      3. Ganz einfach: weil nicht ich es bin, der euch irgend etwas abspricht. Ich kann euch nichts absprechen, was euch leider nach wissenschaftlicher Sachlage niemals zugesprochen wurde. Du verwechselst „Sexualität“ mit „Erotik“. Deswegen ist deine Darstellung falsch.

      4. Also sagst Du doch, dass Homosexualität keine Sexualität ist. Das habe ich doch zitiert. Und darauf aufbauend gegen den Bischof argumentiert.
        Wer lesen kann, ist klar im Vorteil 🙂

    1. Und ich habe mich dem Rat eines „Kollegen“ widersetzt und einen Artikel zu deinem geschrieben. Ich habs ja auch nur gut gemeint, jetzt, wo ihr zu den Paria werdet, weil eure politische Rückendeckung schwindet. Jetzt bewahrheitet es sich nämlich, dass Feministinnen darauf zurückkommen, dass ihr auch nur Männer seid. 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s