Feministische Debattenkultur – Keine weiteren Fragen

Ich hatte befürchtet, dass der frisch gebackene kanadische Premier Justin Trudeau seinem Bekenntnis zum Feminismus folgen wird. Dass er durch seine Erscheinung besonders bei Frauen beliebt ist, mag nicht weiter verwundern. Man braucht keine tiefenpsychologische Analysefähigkeit um zu erkennen, warum das so ist. So lässt sich möglicherweise auch ein Artikel im Stern erklären, geschrieben von der „Redakteurin“ Viktoria Meinholz. Sie scheint auf den ersten Blick vollkommen geblendet vom äußeren Erscheinungsbild Trudeaus zu sein. Nun hat der Stern noch nie sonderlich mit journalistischer Tiefe geglänzt. Eigentlich ist dieses Blatt eine Frauenzeitschrift, das von sich behauptet ein Nachrichtenmagazin zu sein.

Premierminister von Kanada Justin Trudeau
Premierminister von Kanada Justin Trudeau

Trotzdem ist dieser Artikel insofern bemerkenswert, dass er veranschaulicht, wie Meinholz sich eine Debatte vorstellt. Auf das kindliche Niveau des Artikels muss man, mit Blick auf die Selbstdarstellung von Meinholz (Jahrgang 1985)  nicht weiter eingehen. Interessanter wird es, wenn man sich der ideologischen Überzeugung dieser Quoten-Redakteuse zuwendet. Diese lässt sich kurz mit „feministisch“ beschreiben. So hat sie sich an ihrem „Arbeitsplatz“ über ein witziges und bewusst überzogenes Poster des Oettinger-Verlages echauffiert. Weil es ihr nicht gefällt!

Journalistische Neutralität? Fehlanzeige! Diese vermeintliche Journalistin ist glühende Anhängerin ihrer Ideologie, vollkommen feministisch indoktriniert. So kann man denn auch ihren Artikel über Trudeau verstehen und ihre „Debattenkultur“. Ein Journalist mit beruflichem Ethos hätte sich jedenfalls nicht mit der knappen Antwort des Premiers zufrieden gegeben. Ein Journalist hätte mindestens die Frage gestellt, ob es denn auch noch andere wichtige Themen im politischen Programm des kanadischen Regierungschefs gibt. Nicht so Frau Meinholz. Sie glaubt wirklich daran, dass Trudeau mit seiner Antwort „Weil es 2015 ist.“ die Debatte um die Geschlechterfrage beendet hat. Dass sie das nicht ist, auch im feministischen Interesse gar nicht sein kann, versteht sie offenbar gar nicht. Würde das nicht bedeuten, dass auch Feministinnen von nun an die Klappe zu halten hätten?

Karsten Mende

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3 Kommentare zu „Feministische Debattenkultur – Keine weiteren Fragen

  1. Hätte dazu ein Gegenbeispiel: https://deutsch.rt.com/inland/35472-evo-morales-in-berlin-erst/ – hier wird Rita Süßmuth als „verzückt“ Evo Morales lauschend beschrieben; wobei sie wohl deswegen so begeistert ist, weil er sich den USA nicht unterwirft (das würde zu dem passen, was ich über sie weiss). Aber Scherz beiseite: es ist bislang eher bei Politikerinnen üblich, sich aufs Äußere und dessen Wahrnehmung zu konzentrieren; siehe Vortrag vor ein paar Wochen von Deborah Tannen in Wien: https://alexandrabader.wordpress.com/2015/10/22/deborah-tannen-zu-medien-und-gender/

    1. So ein Unsinn!

      „Es mag (noch) ungewöhnlich sein, dass ein Mann wegen seiner Haare attackiert wird; für Frauen ist dies aber eine alltägliche Erfahrung, betont Tannen. “

      Wo ist der Beleg? Ich behaupte das Gegenteil …. und nun?

      “ … agte die bekannte Linguistin Deborah Tannen“

      kenn ich nicht, kann also nicht so bekannt sein. 🙂

      PS: Was sollte der Kommentar eigentlich sagen tun machen?

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