New Canada – Das feministische Shangri-La

In der Online-Ausgabe des ehemaligen Nachrichtenmagazins SPIEGEL bin ich auf einen Artikel gestoßen, der geradezu darauf angelegt zu sein scheint, hier auf der Kehrseite behandelt zu werden. Dieses Blatt hat sich, wie es auch Hadmut Danisch auf seinem Blog beschreibt, von einem unverzichtbaren Informationsmedium zu einem bedeutungslosen ideologischen Kampfblatt entwickelt. Ob nun der Vorwurf der Hofberichterstattung erhoben wird oder aber die völlig kritiklose Haltung gegenüber amerikanischer Außenpolitik, immer wieder fällt auf, dass die dort beschäftigten Mitarbeiter nicht die journalistisch gebotene Distanz zu ihrem Thema halten und dementsprechend parteiisch schreiben. Das ist ein Luxus, den ich mir als Blogger zwar leisten kann, der aber für ein Medium, dass sich als Presse verstanden wissen will, ein Unding ist.

Auch wenn es sich in dem hier behandelten Artikel um eine Kolumne handelt, die, im Gegensatz zu einer Nachricht, sehr wohl Meinungen und Wertungen enthalten darf, ist gerade diese Kolumne für zwei Dinge bezeichnend. Erstens  zeigt sie deutlich, wie tief der SPIEGEL in die Ideologie des Feminismus abgeglitten ist. Zweitens, und das ist entscheidend, unterstreicht dieser Beitrag von Margarete Stokowski, warum manche Kritiker des Feminismus diese Ideologie zu Recht als Religion betrachten, als Glaubensrichtung, die jegliche rationale Bodenhaftung verloren hat.


Wie in dem Artikel von  Frau Stokowski unschwer zu erkennen ist, haben Feministinnen ihr Shangri-La gefunden. Das liegt aber nicht, wie die Wikipedia es vermutet, im Himalaya, sondern in Nordamerika. Ich nenne dieses feministisch gelobte Land schlicht „New-Canada“ und möchte hier auf der Kehrseite auch die Landesflagge dieses feministischen Paradieses vorstellen.

Ich hatte ich schon in einem früheren Artikel beschrieben, wie allein die Äußerlichkeit von Trudeau bei vielen Frauen die Denkfunktion einschränken kann. Völlig den Verstand verloren hat nun Frau Stokowski. In der ihr eigenen vulgären Ausdrucksweise schwärmt sie von Trudeau und hebt Attribute an ihm hervor, die Feministinnen bei jedem normalen Mann mit Verachtung strafen würden.

Obwohl sich die meisten Feministinnen in ihrer Selbstwahrnehmung eher als agnostisch und nicht-religiös bezeichnen würden, scheinen doch besonders sie von einer Art Gott-Gestalt abhängig zu sein, den sie bezeichnenderweise in Form eines Mannes suchen. Keine Frau, auch Hillary Clinton, könnte je diese Rolle einnehmen, weil ihr eben diese pseudo-religiösen Attribute fehlen, und auch sie letztlich nur eine Feministin unter vielen anderen wäre. Trudeau jedoch ist für Feministinnen kein Mensch mehr. Er hat für sie die Rolle des Messias eingenommen (nicht im übertragenen Sinne, sondern wortwörtlich), dessen Erscheinen für sie die Legitimation ihrer ideologischen Wahnvorstellungen darstellt.

Trudeau
Der feministische Messias: Justin Trudeau

Wie gefährlich es ist, in der Gestalt eines charismatischen Führers einen Erlöser zu suchen, hatte schon Helmut Schmidt warnend zu verstehen gegeben, als er Barack Obama angeblich mit Hitler verglichen haben soll. Auch Obama wurde von der politischen Linken mit Erlöser-Attributen ausgestattet, regelrecht überfrachtet. Nun, am Ende von dessen Amtszeit, ist Kassensturz und die Bilanz des Kenianers ist sehr ernüchternd.

Ein kanadischer Premier steht  natürlich nicht im selben Maße im globalen Fokus. Der feministische Brennpunkt befindet sich aber genau in seinem Schritt. Was wohl mit ihm geschehen wird, wenn die realpolitischen und ökonomischen Zwänge ihn und sein „feministisches Paradies“ ebenso entzaubern, wie seinen südlichen Kollegen? Man(n) mag es sich nicht vorstellen. Eines ist jedoch gewiss: wer solche Jünger hat wie Trudeau, der bedarf keines Pontius Pilatus.


Was den SPIEGEL betrifft, so sei allein auf den Auflagenschwund und die vermehrten Abo-Kündigungen verwiesen. Intern scheint man sich in Hamburg bereits in Selbstkritik zu üben. Möglicherweise kommt eine Untersuchung der Ursachen des Prestigeverlustes zu dem Ergebnis, dass eben auch solche Artikel, geschrieben von Frauen wie Stokowski, zu diesem massiven Schwund der Leserschaft führten. Hoffentlich verstehen die wenigen rational denkenden Angestellten in diesem Haus, dass sie mit der Ausrichtung auf die feministische Ideologie eben keine neuen Leser gewinnen können und dass es durchaus Sinn machen kann, auf dieser Ebene mit personellen Korrekturen zu beginnen. Frau Stokowski wäre meines Erachtens, sowohl vom sprachlichen wie auch geistigen Niveau, beim Missy-Magazine wesentlich besser aufgehoben.

Karsten Mende

 

 

 

 

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