Mount Allison – Feministische Fallgruben

Die „Mount A.“, wie die Uni liebevoll genannt wird, ist von jeher ein eher gemütlicher Ort. Hier kann offenbar jeder Student eine schöne Studienzeit genießen. Studenten loben das entspannte Ambiente auf dem Campus, sowie die urige kanadische Kleinstadt Sackville unweit der Provinzgrenze zu Nova Scotia. Das typische Idyll einer eher wohlhabenden Mittelschicht, in dem sich der Nachwuchs, abseits von überfüllten Großraum-Vorlesungen, für die höheren Weihen an Top-Fakultäten qualifizieren kann.

Mount Allison
Mount Allison University

Die Mount Allison University hat eine feministischen Tradition mit hohem Symbolwert. Laut wikipedia hatte an dieser Universität die erste Frau im Britischen Empire ihren Bachelor gemacht und zwar in englischer Literatur. Meine Hoffnungen, hinsichtlich einer Erholung von genderistischen Umtrieben, hatten sich deshalb schnell verflüchtigt. Auf der Webseite der Uni wird eine Studentin herausgestellt, die sich als angehende Psychologin versteht. Schauen wir uns Jill Clario einmal genauer an, beschreibt sie doch die gegenwärtigen Zustände, und gibt recht deutlich zu erkennn, dass sie keine Psychologiestudentin ist, sondern eine „Gender-Studentin“ im Fach Psychologie (Hervorhebungen: Die Kehrseite):

 looking at barriers men face when seeking help for mental health problems

und

The study looked into the masculine gender role and how it plays into men’s lives, which was fascinating, because I got to incorporate some knowledge from sociology but apply it to a psychological topic.

Der akademische Fingerabdruck der „Gender-Studies“ ist in der Herangehensweise dieser „Forschung“ gut erkennbar. In typisch genderistischer Weise werden hier Disziplinen vertauscht, vermischt und letztlich abwertend auf den Gegenstand „Männer“ reduziert. Ihre auch von Louise Wasylkiw vertretene These ist, dass Männer nicht in der Lage wären sich helfen zu lassen. Der Blick in die „maskuline Genderrolle“ sei „faszinierend“ und das weil (because) sie Wissen aus der Soziologie in der Psychologie anwenden müsse. Eher sieht es so aus, als ob hier die Psychologie von der „Soziologie“ übernommen wurde. Ein gelungenes Beispiel der ‚Berücksichtigung genderspezifischer Aspekte im interdisziplinären Rahmen‘.


In einem solchen akademischen Umfeld eine Verschwörung der Provinzregierung gegen die „Gender-Studies“ zu vermuten ist sehr gewagt. Eine Genderstudentin äußerte diese Befürchtung in einem Beitrag der CBSnews. In dem Interview stellt Katharyn Stevenson die Entscheidung als Racheakt der Regierung dar, wegen Aufmüpfigkeiten im Jahre 2014 während eines dreiwöchigen Uni-Streikes. Schon damals hatten vermutlich genderistische Aktivisten einen Streit vom Zaun gebrochen, um ihre Günstlinge (die an der Uni häufiger vertreten sind als der Mythos um die einsame Kämpferin Lisa Dawn Hamilton suggeriert) durch öffentliche Gelder zu finanzieren. Stevenson sprach von wiederholten Protesten, die der Regierung wohl übel aufgestoßen seien.

Wenn überhaupt irgend eine hintergründige Motivation  in Fredericton eine Rolle gespielt haben könnte, dann dass die Maßnahmen als Denkzettel verstanden werden sollte, als temporäres Druckmittel, dass der Uni zu verstehen gibt, wer am längeren Hebel sitzt. Möglich, dass die Regierung hier die Krallen gezeigt hat. Warum auch nicht? Die Allison ist eine private Universität. Der Skandal an der feministischen Kaderschmiede zeigt außerdem, dass kein anderer Träger als der Staat überhaupt bereitwillig in „Genderforschung“ investiert. Die Umstrukturierung in eine gendergerechte Infrastruktur ist an der Mount Allison in einem fortgeschrittenen Stadium. Das gender-feministische Utopia ist an der „Mount. A“ gelebte Realität. Hier können Genderisten in anderen Fächern beschwören, wie wichtig gender-sensitive Elemente seien und deshalb übergeordnete Priorität zu genießen hätten. Es steht zu befürchten, dass auch in anderen Disziplinen als der Psychologie ähnliche Eingriffe in die Lerninhalte vollzogen worden sind. Wozu sollten da noch zusätzliche Mittel bereitgestellt werden für ein Fach, dass von Anfang an nur als politischer Eindringling in die Wissenschaft gedacht war und für das eigentlich keine strategische Notwendigkeit mehr besteht?

Dieser Fall beinhaltet übrigens politische Brisanz für den Premier, sollten sich Ersuchen von Hamilton & Co. bei ihm einfinden, denn für Trudeau ist Feminismus ein Politikum, ein Programm, das er sehr überzeugt vertritt. Gerade er sollte sich Gedanken machen, wie er dieser, seiner Klientel, eine mögliche Verweigerung erklären kann. Feministische Interventionen könnten ihn zum Handeln zwingen und wenn nötig auch zu Fall bringen. Für erzürnte Feministinnen ist es Programm Männer zu verletzen und wenn möglich zu zerstören. Hier ist er verwundbar. Er ist ein Mann.  Feministische Fallgruben sind hoch toxisch.

 

Karsten Mende

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s