Im Zeichen des Wandels

Ein neues Jahr beginnt. Anders als im letzten Jahr steht bereits der 1. Januar 2017 unter besonderer medialer Beobachtung. Die Sicherheitslage hat sich, wie von Mahnern angekündigt, im Laufe des Jahres 2016 dramatisch verschlechtert. Abgesehen von spektakulären Ereignissen, wie dem Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin, sind es vor allem die kleinen und scheinbar unspektakulären Zwischenfälle, die ein stetig steigendes Misstrauen in der Bevölkerung wachsen lassen. Diese Ereignisse, die von den Medien unter der Rubrik „Einzelfälle“ geführt werden, haben ein gewaltiges Ausmaß angenommen.

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Wie die Karte zeigt, ist nicht nur Deutschland, sondern sind auch unsere südlichen Nachbarn Österreich und die Schweiz stark von zum Teil massiven Attacken durch Migranten betroffen. Auch andere Länder, die auf dieser Karte nicht herausgearbeitet wurden, haben unter schweren kriminellen und auch terroristischen Übergriffen zu leiden. Die Frage ist also nicht, ob es Kriminalität durch Migranten gibt oder nicht, sondern vielmehr, wie in Zukunft mit dieser Tatsache umgegangen wird. In diesem Bereich haben weder die etablierte Politik noch ihre Sprachrohre in den Medien im letzten Jahr besonders glänzen können – für beide mit fatalen Folgen.

Die Abkehr der Bürger von ehemals bürgerlichen Parteien ist in vollem Gange. Nicht nur die Wähler, auch die Mitglieder laufen den Volksparteien in Scharen davon. Die CDU hatte allein im Jahr 2016 einen Schwund von rund 10.000 Mitgliedern. Bei der SPD sieht die Lage nicht besser aus. Die Zahlen sind in etwa gleich. Natürlich ist diese Entwicklung nicht ausschließlich auf die verheerende Regierungspolitik zurückzuführen. Die so genannten Altparteien werden ihrem Beinamen gerecht. Nicht nur, dass Mitglieder altern und nun in größeren Zahlen das Zeitliche segnen, auch das Modell „Volkspartei“ wird mehr und mehr zum Auslaufmodell. Je weniger sich diese politischen Relikte aus dem vorigen Jahrhundert den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gewachsen zeigen, desto mehr wird sich dieser Prozess beschleunigen. Damit werden sie auch für Opportunisten, die sich bisweilen in ihre Reihen eingeschlichen haben, um ohne Mühe Karriere machen zu können, zunehmend unattraktiver; ein Teufelskreis.

Für die Medien war der Umgang  mit den neuen „Herausforderungen“ ebenfalls ein Desaster. Die Probleme möglichst zu ignorieren oder klein zu reden hat sich für sie nicht als sonderlich gute Taktik herausgestellt. Fast alle Medien, die sich im Mainstream verorten und durch eine besondere Regierungsnähe auffallen, haben Umsatzeinbrüche zu verbuchen und auch beim Thema Glaubwürdigkeit durch ihre tendenziöse Berichterstattung schweren Schaden genommen. Bisherige Maßnahmen diesem Notstand zu begegnen dürften nur kurzfristig Wirkung zeigen. Etwaige Entlassungen etwa haben nur dann positive Auswirkungen, wenn man sich von Mitarbeitern trennt, die maßgeblich an diesem Vertrauensverlust mitgewirkt haben. Wenn ein ehemals renommiertes Blatt wie der SPIEGEL fast 150 Stellen in der Redaktion abbaut, es aber weiterhin zulässt, dass Autoren wie Margarete Stokowski oder Georg Diez den Ruf des Magazins schädigen, kann es nicht behaupten aus der Not die richtigen Schlüsse zu ziehen. Selbstverständlich gehören in ein pluralistisches Pressewesen auch linke Themen und auch Meinungen. Die notwendige Korrektur sollte daher nicht in Entlassung sämtlicher linker Journalisten münden. Jedoch sollte man sehr genau prüfen, welche Autoren dem vorgeblichen Niveau des SPIEGEL gerecht werden können und welche vielleicht doch besser bei weniger übergeordneten Häusern oder gar in der Klatschpresse aufgehoben wären. Beide hier genannten Autoren sind nur Beispiele, jedoch Synonyme für die Mangelhaftigkeit im journalistischen Gewerbe im Allgemeinen, beim SPIEGEL im Besonderen.

Ob aber geplante Maßnahmen der Regierung bei diesem Gesundungsprozess Abhilfe schaffen können ist zweifelhaft. Die Absicht sämtliche nicht etablierten Medienformate als „Fake News“ zu brandmarken und zu verbannen wird, wie alle politischen Schnellschüsse, nach hinten losgehen und den Schaden für etablierte Medienhäuser noch vermehren. Weder in den sozialen noch in den alternativen Medien lassen sich unliebsame Meinungen und Darstellungen abwürgen. Jede Repression dieser Art lässt die totalitären Erscheinungen des Establishments nur deutlicher werden und führt wiederum zu Schlagzeilen, die einer Entspannung des Verhältnisses der Presse zum Leser eher abträglich sind.

Ich rate meinen etablierten Kollegen daher auf Distanz zur Regierung zu gehen und sich wieder auf ihre Kundschaft zuzubewegen. Die bisherige Taktik, am Leser vorbei zu schreiben, seine kritischen Kommentare zu blockieren und sich bei politischen Figuren anzubiedern, ist jedenfalls gründlich gescheitert. Vielmehr böte es sich an, die zum Teil sehr guten Kommentare aufzugreifen und auch zu verarbeiten, um die Ablehnung Leserschaft abzubauen und das Vertrauen und damit die Glaubwürdigkeit wieder zu erlangen. 2017, so viel steht heute am Neujahrstag schon fest, ist ein wichtiges Jahr. Sowohl die Politik als auch die sie begleitende Presse wird beweisen müssen, ob sie die Zeichen des Wandels richtig zu deuten wissen.

Karsten Mende

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