Spät kommt der #Aufschrei! Vielleicht zu spät?

Mittlerweile hat sich um Köln ein reges Spektakel entwickelt. Als ich noch von „Zäsur für den Feminismus“ schrieb, das war am 4.Januar, dümpelten die Berichte über die Übergriffe noch auf regionalen Medienfahrwässern herum. Lediglich ein überregionales Blatt, der FOCUS, hatte den Schneid diese Vorfälle in den medialen Vordergrund zu stellen.

Emma2
Oma Alice Schwarzer

Das Problem an dieser Angelegenheit ist, dass es heutzutage eigentlich nicht möglich ist, dass Exzesse dieser Art erst vier Tage später „bekannt“ werden. Besonders, wenn es sich um ein Datum wie Silvester handelt, einem auf der gesamten Welt gefeiertem Ereignis. Je mehr man darüber nachdenkt, desto unwahrscheinlicher ist es, den Medien zu glauben, dass sie von Ereignissen dieser Größenordnung nichts gewusst haben wollen. Geradezu unglaubwürdig ist dies bei einer in Köln beheimateten Zeitung, die sich in ihrem Selbstverständnis speziell an Frauen richtet. Obwohl die Emma sich jetzt voll ins Zeug wirft, und die Damen in der Redaktion dort mal richtig was zu tun haben, kam die erste Reaktion zu spät.

Sie kam nämlich erst, nachdem der Brandbrief von Birgit Kelle auf FOCUS-online neu aufgelegt wurde und einen höheren Stellenwert in der Nachrichtenwelt eingenommen hatte, als es nur mit der Veröffentlichung auf NRW.jetzt möglich gewesen wäre. Damit erfolgte die Reaktion nicht auf die eigentlichen Taten, sondern auf ein zunehmendes Presseecho. Das ist ein feiner Unterschied.

Hatte bis vor der landesweiten Kenntnisnahme von Frau Kelle noch die Möglichkeit bestanden, die Ereignisse zu vertuschen und schnell aus dem Rampenlicht zu nehmen, war das nach dem Erscheinen im FOCUS nicht mehr ohne weiteres möglich. Durch den FOCUS hat sich das „Ereignis“ von Köln in ein Medienereignis verwandelt und eine eigene (jedoch gelenkte) Dynamik entwickelt.

Europaweit wurde 2015 schon vermehrt von übergriffigen Migranten berichtet, über vergewaltigte Frauen innerhalb der Migrantenströme, in Notunterkünften und auf offener Straße. Nie zuvor hat eine Meldung dieser Art in Deutschland eine Chance bekommen, ein Medienereignis zu werden und die Schlagzeilen zu dominieren, obwohl es seit langer Zeit außer „Flüchtlingen“ eigentlich keine andere Schlagzeile mehr gibt.

Auch wenn Feministinnen es geschafft haben die schändlichen Vorfälle in Köln pauschal gegen alle Männer zu verwenden (die zumeist gesitteten und verschüchterten Zeitgenossen in Westeuropa inklusive), wage ich es die Vermutung aufzustellen, dass es vier Tage gedauert hat sich zu überlegen, wie man von Tatsachen ablenken kann, die so offensichtlich sind, dass man nicht dazu schweigen kann. Das Zeitfenster für eine solche Lösung war nicht besonders groß. Scheinbar genau im richtigen Moment hat sich die Presse-Karawane in Bewegung gesetzt. Für Kenner der feministischen Empörungskultur allerdings ein klein wenig zu spät. Feministinnen kreischen normalerweise schon vor den Hauptmedien und beschweren sich für gewöhnlich darüber nicht gehört zu werden. Wo aber waren sie, die Netzaktivistinnen, die sich keine Stunde von ihren Twitter Accounts trennen können? Anne Wizorek twitterte erst nachdem das Kind im Brunnen lag:

gerade von den sexuellen übergriffen in köln erfahren, die an silvester passierten. es gibt rund 30 betroffene:https://t.co/cvD6fdFxrv

— the feminism awakens (@marthadear) January 4, 2016

Wizorek
Enkelin Anne Wizorek

Reichlich spät für eine Feministin, die als „Mitglied der Sachverständigenkommission für den 2. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung“ verstanden werden will. Wäre es nicht folgerichtig gewesen noch vor dem FOCUS wenigstens eine kurze Stellungnahme zu bringen, noch bevor sich ihre Erzwidersacherin Birgit Kelle der Story annahm und dieser lediglich die Möglichkeit einzuräumen, sich über „Flüchtlinge“ zu echauffieren?

Ich behaupte, dass trotz Kenntnis über die Angriffe, auf der politisch-medialen Ebene zu erst das Bedürfnis überwog die Vorfälle abzuwiegeln und auf die bestens bekannte Art als „Einzelfall“ zu bagatellisieren. Als man aber begriffen hatte, dass auch aus diesem vermeintlichen Dilemma Kapital zu schlagen ist, dass man gegen Männer allgemein ausspielen kann, weil doch kurz zuvor dass passende Gesetz von Frau Merkel abgenickt wurde, hat sich der Pressemob in Bewegung gesetzt. Ich befürchte, dass Birgit Kelle um ihr eigentliches Anliegen gebracht wurde, denn es war sicherlich nicht ihre Intention, gegen die jetzt schon zumeist  handzahmen, einheimischen Männer weitere Repressalien zu fördern.

Damit ist die feministische Programmatik offenbar geworden. Die misshandelten Frauen von Köln waren erst dann eine Erwähnung wert, als klar war, dass ihre Leiden, trotz politisch korrekter Vorgaben in der Migrantenproblematik, ideologisch verwertbar sind. Sie haben nicht die Absicht Frauen zu helfen, sondern lediglich einheimischen Männern zu schaden. Darin sind sich Oma und die Enkelin einig. Wenn sich für dieses Anliegen ihre vergötterten orientalischen Kerle einspannen lassen, ist ihnen das auch recht…   und billig!

 

Karsten Mende

 

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8 Kommentare zu „Spät kommt der #Aufschrei! Vielleicht zu spät?

  1. Kleines Erratum: > Für Kenner der feministischen Empörungskultur allerdings ein klein wenig zu spät.

    Feministen brauchen, siehe Brüderle, so etwa ein, anderthalb _Jahre_, um sich über irgendwas zu empören. Bei den angeblichen und mittlerweile widerlegten „Vergewaltigungen“ an US-Campussen dauerte es ähnlich lang. _Realität_ ist für diese Chaussee immer etwas zu „zeitnah“, weil – Realität passt halt nicht so ins Narrativ.

    Btw. gab es bei ROK heute einen schönen Artikel über „Psycho-Drogen, die eine von vier (!) Frauen nehmen, weswegen man sich von ihnen fernhalten sollte“. Ich finde es zunehmend weniger vermessen, da einen Zusammenhang anzudeuten…

    1. Es ist etwas anderes eine fiktive Geschichte zu konstruieren, oder eine Kleinigkeit von früher zum richtigen Zeitpunkt aufzubauschen, als tatsächliche Ereignisse zu erfassen und los zu kreischen. Wären das deutsche Männer gewesen, hätte es schon am 2.Januar einen Sturm im Blätterwald gegeben. Frau Kelle hätte noch an ihrer Formulierung gearbeitet, und wäre garantiert von Wizorek überrannt worden. Nur weil die Realität eine andere ist, als Feministinnen gerne hätten, dauert das so lange. Immerhin hätte diese Angelegenheit genau so gut medial untergehen können. War eine knappe Kiste. Heute wäre es für diese Story schon zu spät gewesen, es wäre nur noch ein „Einzelfall“ bis zur nächsten Schlagzeile.

  2. wahrheit: unter den männern, die am kölner hauptbahnhof frauen sexuell belästigt haben, waren auch flüchtlinge, die bei ihrer ankunft mit keksen begrüsst wurden.
    diese wahrheit war bisher den sympatisanten von afd, npd, pegida usw, vorbehalten, aber auf die wahrheit gibt es kein copyright! nur weil die wahrheit aus der rechten ecke kommt, darf man sie nicht verschweigen! warum verbreiten politiker und behörden wider besseres wissens falschmeldungen? warum trauen sich die grünen und die linken nicht die wahrheit zu sagen? wird die wahrheit aus politischen gründen verschwiegen? politiker, die die wahrheit negieren, sind lügner, politiker, die die wahrheit verschweigen, sagen die unwahrheit, und politiker, die die wahrheit nicht kennen, sind unfähig. https://einsiedlerblog.wordpress.com/2016/01/08/uebergriffe-in-koeln-die-wahrheit-gehoert-nicht-den-rechten-alleine/

  3. Alice Schwarzer hat sich heute zu Pegida geäußert. Würde mich sehr freuen wenn du dieses Thema auch noch aufgreifen und kommentieren könntest. Danke für deinen Beitrag:) LG

    1. Vielen Dank für diese Anregung. Ich tendiere jedoch eher dazu das nicht zu tun. Nicht etwa, weil ich dieses Thema aus den „bekannten Gründen“ vermeiden möchte, sondern weil PEGIDA den hier behandelten Themenkomplex auch nur am Rande einer Massendemonstration behandelt. Es wird zu PEGIDA schon genug geschrieben, von Leuten, die sich in dieser Materie auch auskennen. Grüße zurück

      1. Kein Problem. Mich hätte deine Sichtweise warum sich Alice Schwarzer ggerade jetzt nach langem Schweigen an Pegida andockt interessiert. Ich kann verstehen warum du es nicht tun willst LG Colaberg

      2. So weit mir das bekannt ist, hat Frau Schwarzer schon vor längerer Zeit versucht eine pragmatische Sichtweise auf gewisse Zusammenhänge anzusprechen und ist dafür umgehend von ihren netzaktivistischen Enkelinnen scharf angegriffen worden. Zwischen EMMA und den Twitter-Feministinnen herrscht Zoff. Es kann sein, dass Schwarzer das derzeitige Medienklima nutzt, um zurückzufeuern. Ich halte es für Selbstdarstellung, von beiden Lagern.

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