Fundstück – Ruhe- und Rückzugsraum an der Uni München

Wie gut, dass sich der Kontext eines Wortes zuweilen im Satz ergründen lässt, hätte es mich sonst wahrscheinlich um den Verstand gebracht zu erraten, was um alles in der Welt „Nachristen“ sein sollen. Auf diese Buchstabenfolge, die doch hoffentlich ein Schreibfehler und nicht etwa eine neue „kreative Wortschöpfung“ von Genderisten ist, bin ich bei der Lektüre eines PDF der Ludwig-Maximilians Universität München gestoßen.

LMU München
LMU München

Nun ist zum Thema „Frauenförderung“ an Universitäten schon vieles gesagt und geschrieben worden, weshalb es mir nicht notwendig erscheint hier noch einmal darauf einzugehen, in welch horrendem Maße Steuergelder dafür verschwendet werden Studentinnen zu fördern, die weder mit noch ohne Förderung einen Gewinn für die akademische Welt darstellen. Auch liegt es mir fern hier darauf hinzuweisen, dass Universitäten, genau wie Truppenübungsplätze, kein Ort sind, der für Babies und Kleinkinder geeignet ist. Dass es in München schwierig ist einen Kita-Platz zu bekommen ist mir durchaus bewusst. Daher bin ich sogar sehr erfreut darüber, dass es Möglichkeiten gibt, Studentinnen, die nicht an ihrem Studium interessiert sind von denen fern zu halten, die in Ruhe studieren wollen. Für wen also diese „Ruhe- und Rückzugsräume“ Ruhe garantieren liegt auf der Hand. Im Falle der „studierenden“ Mütter kann es eigentlich nur das Studium selbst sein, vor dem sie in ihre Ruhezone flüchten.

All das sollte eigentlich nicht das Thema hier sein. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass es heutzutage nicht einmal mehr an vermeintlich hochqualitativen Bildungseinrichtungen möglich ist, einen einzigen Bogen virtuelles Papier fehlerfrei niederzuschreiben. Kurz: ich wollte mal schnell ein wenig ablästern.

Ratlosseite bei Google
Ratlosseite bei Google

Dass dieser Artikel nun doch an Umfang zugenommen hat, ist dem Umstand geschuldet, dass ich den Link im PDF angeklickt habe, der mich erst einmal auf die „Ratlosseite“ von Google befördert hat. Hierzu kommt mir der Gedanke, dass es an der LMU Individuen gibt, die es nicht für nötig erachten ihr eigenes Tun zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Fehler passieren überall, das mag sein, aber man kann von einer solchen Fakultät doch ein wenig mehr Professionalität einfordern, da ja schließlich auch reichlich Mittel hinein gefördert werden. Eine kleine Änderung in der Eingabezeile hat mich dann doch (wenn auch mit Umweg über die Suchmaschine) an das eigentliche Ziel dieses Links gebracht. Ob es verzweifelten „Studierenden mit Kind“ ebenfalls gelungen ist, an dieses Ziel zu gelangen, oder ob die „Ratlosseite“ von Google bei ihnen ein misogynistisches Trauma ausgelöst hat, kann ich nicht mit Gewissheit sagen. Fest steht: nicht das „Patriarchat“ ist schuld an dieser virtuellen Sackgasse, sondern eine unfähige Mitarbeiterin der Zentralen Studienberatung der LMU.

Hildegard Adam
Hildegard Adam

Am Ziel angelangt ist mir dann aufgefallen, was es (außer wissenschaftlicher Professionalität) so alles gibt an dieser „Bildungsstätte“, wenn man denn primär an Nachwuchs und nur nebenbei an Bildung interessiert ist. Über die „vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten“ Bildung zu umgehen und trotzdem ein „Studium erfolgreich zu managen“ geben Hildegard Adam und Bettina Pulkrabek ausführlich Auskunft.

Bettina Pulkrabek
Bettina Pulkrabek

Da wäre zum Beispiel das Familiencafé, in dem sich Bildungsunwillige verschiedener Münchener Fakultäten „in ungezwungener Atmosphäre kennenlernen, sich austauschen und gemeinsam frühstücken“ können. Von „Teilzeitstudium“ über „E-Learning“ von zu Hause aus werden weitere Möglichkeiten angeboten, die eine professionelle Absolvierung des Studiums unterbinden. Wenigstens rät man in dieser Broschüre davon ab das Kind mit in Vorlesungen zu bringen, aber nicht etwa, weil es andere Studenten, die nicht durch Förderprogramme gepamert werden, beim Studium stören könnte, sondern „da die Erfahrung zeigt, dass es sich mit Kind schwerer mitschreiben und zuhören lässt und die eigene Konzentration darunter leidet.“ 

Natürlich wird den überforderten Studentinnen-Müttern auch ein umfangreiches Programm an Urlaubs… ähhh Studienreisen vermittelt. Dazu wird auf die Hochschule Wismar verwiesen, einer Fakultät, die, wie wir wissen, in der Heimatregion der Frauenministerin Manuela Schwesig zu finden ist. Dort sind die finanziellen Fördertöpfe gelistet, die einen angenehmen Auslandsaufenthalt ermöglichen.

Wie man unschwer erkennen kann wird an alles gedacht, um Studentinnen das Leben an einer Universität schmackhaft zu machen. Voraussetzung dafür sind allerdings Begleitumstände, die fast nur Frauen gegeben sind: Schwangerschaft und Kleinkinder. Zwar mag es den seltenen Fall eines Vaters geben, der in der Situation lebt zu studieren und sich allein um sein Kind zu kümmern. Ob er in der personellen Zusammensetzung dieser „Zentralen Studienberatung“ die gleiche Unterstützung erwarten kann, oder nicht eher Besuch vom Jugendamt, dass das Problem mit dem Nachwuchs (das laut dieser Broschüre ja offensichtlich besteht) für ihn regelt, bleibt hier als Frage stehen. Auch wäre ein solventer Mann an der Seite einer dieser Studentinnen eher ein Hindernis, als eine Erleichterung, wenn es darum geht den vollen Umfang der „vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten“ auszuschöpfen, so viel steht fest.

Bleibt als Fazit, dass es bei diesem Förderprogramm mit größter Wahrscheinlichkeit wieder einmal ausschließlich um Frauenförderung geht, für Frauen, die ihre Kinder dazu missbrauchen können sollen, sich auf Kosten der Steuerzahler mit Titeln und Abschlüssen zu schmücken, die keine Bedeutung und keinen Wert haben.

Karsten Mende

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