Unternehmerische Freiheit? Es war einmal….

Riesen Tumult in der „Queer-Society“. Ein Getränkehersteller aus Füssen im Allgäu hat die unternehmerische Entscheidung getroffen, seine Waldmeister-Limonade „Phantasia“ nicht an eine Stuttgarter Schwulenkneipe zu liefern.

Das Getränk der Entrüstung: Waldmeister-Limonade "Phantasia"
Das Getränk der Entrüstung: Waldmeister-Limonade „Phantasia“

Im Jahr der „Frauenquote“ ist natürlich an unternehmerische Freiheit nicht mehr zu denken. Denn promt mischt sich die Ober-Tucke dieses Landes, Volker Beck (B’90/Grüne)  in die Angelegenheit ein und macht eine Staatsaffäre daraus. Auf breiter Front feuern die Medien dazu auf die Jungunternehmer ein und versuchen nach Kräften ihr Geschäft zu ruinieren. Vom Merkur, über die Augsburger Allgemeine bis hin zur Huffington Post, haben sich die Meinungshüter versammelt, um auf das Getränkeunternehmen einzudreschen. Natürlich darf in dem Chor der Entrüstung Queer.de nicht fehlen. Dort wird man, wie bei einem Terror-Anschlag, mit einem permanenten News-Update in dieser Angelegenheit unterrichtet. Was also ist genau passiert? Die Unternehmer Kern sind neu auf dem Getränke-Markt und haben ein Produkt entwickelt, dass sie selbstverständlich in der breiten Öffentlichkeit verkaufen wollen. Sie haben deshalb für ihr Produkt eine Zielgruppe ins Auge gefasst, die sich über ein breites Spektrum der Bevölkerung erstreckt. Um ihr Produkt bekannt zu machen haben sie es an verschiedene Lokalitäten zu Testzwecken verteilt und den Markt ausgelotet. Soweit, so normal.

Bei dieser Testphase ist ihnen jedoch der Fehler unterlaufen, die Lokalitäten nicht vorab auf die ihnen vorschwebende Zielgruppe hin zu prüfen und ihr Getränk fand den Weg in eine Stuttgarter Schwulenkneipe. Und damit begannen die Probleme, denn diese Szene-Kneipe hat Gefallen an dem Produkt gefunden. Da die Unternehmer aber die berechtigte Befürchtung hatten, dass ihr Produkt zu einem „Szene-Gesöff“ einer Minderheit wird, und deshalb von der anvisierten Zielgruppe gemieden würde, haben sie dem Laden mitgeteilt, dass die Schwulen-Szene nicht ihrer Zielgruppe entspricht, ein marktwirtschaftlich nachvollziehbarer Gedanke, möchte man meinen. Leider haben sie damit, die Rechnung ohne den Wirt gemacht, der in Gestalt von Volker Beck nichts anderes zu tun hatte, als die Antidiskriminierungsstelle einzuschalten.

Schwulen-Aktivist Volker Beck
Schwulen-Aktivist Volker Beck

Damit sah sich das Unternehmen genötigt zu reagieren und tat dies mit einer Spende an den „Schwulen- und Lesbenverband“, um die Wogen zu glätten. Warum habe ich das Wort „genötigt“ mit einem Link auf den Nötigungsparagraphen des Strafrechts verlinkt? Das hätte ich wohlweislich nicht getan, wenn es zwischen dem Getränkehersteller und der Schwulenkneipe einen gültigen Lieferungsvertrag geben würde. Der existierte, meines Wissens nach, aber zum Zeitpunkt der Erklärung des Unternehmens nicht. Daher kann ich keinen Vertragsbruch und keine Verletzung des Rechts von Seiten des Unternehmens erkennen.

Wie in den Stuttgarter Nachrichten zu lesen war, soll es jedoch von Seiten der Schwulenszene zu Morddrohungen gegen die Unternehmerbrüder gekommen sein. Das heißt, die einzige erkennbare Rechtsbeugung läge damit auf Seiten der Regenbogen-Gesellschaft vor, die das Unternehmen zwang, zu dem außerordentlichen Mitteln zu greifen, Geld in eine Zielgruppe zu investieren, die, erklärtermaßen, nicht die ihre ist (und wahrscheinlich nie sein wird) und damit nicht nur das Strafgesetz auf den Kopf stellte, sondern auch die in diesem Land gültige unternehmerische Freiheit ad absurdum geführt hat.

Alles in allem eine schändliche und verwerfliche Tat, die zeigt, wie verkommen unser Gesellschaftssystem im Namen der „Toleranz“ geworden ist, in dem eine Minderheit die unternehmerischen Entscheidungen nicht toleriert und mit Repressalien droht, die zu empfindlichen Geschäftseinbußen führen. Man kann jedem Unternehmen nur raten, im Vorfeld zu recherchieren, mit wem man sich einlässt, da es nicht einmal eines gültigen Vertrages bedarf, um von vermeintlichen potenziellen Geschäftspartnern hintergangen zu werden.

Karsten Mende

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6 Kommentare zu „Unternehmerische Freiheit? Es war einmal….

  1. Ömmmm… so weit, so seltsam, aber mal ganz ehrlich: Wenn ich ne Waldmeister-Limo verkaufen wollte und nur einen Euro Marketingbudget habe, ist so ne Spende an den Homoverband doch gar keine blöde Idee, oder? Kennst Du ne Möglichkeit, billiger Product Placement in einem halben Dutzend Zeitungen zu haben?

    Mir kommt da gerade die Idee, den billigsten chinesischen Fusel-Baijiu, der dort in Plastiktüten verkauft wird, weil die Flaschen mehr wert wären als das Produkt, irgendwie passabel abzufüllen, das ganze „Feminist Vodka“ zu nennen und die widerwärtig-sexistischste Kampagne zu fahren, die mir einfällt (Motto: [Feministischer Spruch] – „Mit Feminist Vodka ist Dir das auch egal.“ | Illustration: „Du wurdest wie 4 von 5 Frauen vergewaltigt? Mit Feminist Vodka ist Dir das auch egal.“)

    Dann kommt der Shitstorm. Und plötzlich habe ich ein total bekanntes Getränk, was jeder mal probieren will, obwohl es schmeckt wie Benzin (Hinweis: Auch billiger Baijiu schmeckt m.E. sicher besser als Waldmeister-Limo; zumindest habe ich ersteren probiert).

    Natürlich ist das nur eine Theorie. Wenn das keine Absicht war, sind die Reaktionen natürlich überzogener Blödsinn und für die unternehmerische Freiheit entsetzlich. Aber ein Unternehmen mit derart grottigem Markating ginge eh unter.

    1. Schon, aber man sollte dabei bedenken, was von dieser Kampagne langfristig hängenbleibt. Und das ist unter dem Begriff „Schwulen-Limo“ zusammengefasst. Für die angedachte Zielgruppe ist das ein Makel. Selbst wenn die Schwulenszene sich dazu entschließen würde das Produkt anzunehmen (was sie jetzt bestimmt nicht mehr tun wird), würde das den Verlust nicht kompensieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Kampagne das Hintertürchen des Unternehmens gewesen ist, um in der Schwulenszene Fuß zu fassen. Denn für ein reines Szene-Produkt wäre der Markt zu klein und zu unzuverlässig. Die Promiskuität dieser Leute ist ein Marker für Produktuntreue. Will heißen: Morgen produziert ein anderer ein Lila-Gesöff und der Markt ist weg. Ergo kann man es sich als Unternehmer nicht leisten, sich an eine solche Zielgruppe zu heften.

      1. Wenn man das so sieht, ist es natürlich besonders perfide – also, dass die Homolobby _gleichzeitig_ die Limo als „Schwulen-Limo“ und als „von Schwulenhassern gemacht“ hinstellt, wozu ja nicht zuletzt das „hey, liefern wir euch schon auch“-Angebot beiträgt. Denn zusammen macht das eben gar keinen Absatzmarkt. Wenn man da an Barilla zurückdenkt und wie die in die LMNOP-Ecke gebullied wurden, hast Du auch wahrscheinlich Recht. Wenn Unternehmen von Mimimi-Moralvorstellungen einknicken (müssen), läuft ernsthaft was falsch (ich wusste bis eben nicht, dass Barilla da derart zurückgerudert ist). Dann funktioniert auch meine „Marketing-Idee“ nicht – bei der waren ja eben nicht die Beschwerdeführer Zielgruppe, aber die würden wohl einfach so lange weiterprügeln, bis man tot ist oder seine Sünden gesteht. Und das tut mir irgendwie weh, da die ja nun weder bessere Limo, noch bessere Nudeln, noch besseren Schnapps anbieten, sondern nur ihre Moralvorstellungen. Da mag man sich nun die Frage stellen, wo die ihr Geld herbekommen, aber ich kenne die Antwort schon, und das Geld ist halt schlicht… Meins, und das finde ich sehr, sehr falsch.

        Ich fand nur die Idee nett. Die Welt ist hingegen traurig.

      2. Perfide ist das richtige Wort dafür. Das ist ja genau das Verhalten, dass bei dieser Randgruppe (einschließlich Feministinnen) obligatorisch ist: ‚Was ich nicht haben kann, sollen andere auch nicht bekommen können.‘ Und diese Denke durchzieht alle ihrer fragwürdigen Aktionen. Ob das nun über Bildungspläne oder Antidiskriminierungsgesetze läuft. Immer ist Egoismus und Neid im Spiel. Von daher denke ich, wird die „Queer-Fraktion“ in dieser Angelegenheit erst Ruhe geben, wenn das Unternehmen Konkurs angemeldet hat.

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